23.02.2015

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SKZ: Prüfoptionen zur Materialdatenbestimmung erweitert

Eine genaue Kenntnis der rheologischen und physikalischen Eigenschaften von Kunststoffschmelzen ist für eine Vielzahl von Anwendungsfeldern von hoher Bedeutung. Insbesondere bei der Simulation von Extrusions- und Spritzgießprozessen sind Materialdaten wie Viskosität und Dichte erforderliche Eingangsgrößen. Darüber hinaus stellen diese Größen beispielsweise wichtige Kennwerte bei Materialentwicklung und Qualitätssicherung dar.

Das SKZ in Würzburg bietet deshalb ein umfangreiches Portfolio an Prüfungen zur Materialdatenbestimmung an. Im Rahmen des vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie geförderten Projekts "Verbesserung der Energieeffizienz der Kunststoffindustrie durch den verstärkten Einsatz rechnergestützter Simulationsverfahren" wurde die Prüfausstattung um ein Hochdruck-Kapillarrheometer "Rheograph 20" der Firma Göttfert erweitert. Damit kann die Viskosität von Kunststoffschmelzen in einem Schergeschwindigkeitsbereich von 1-100.000 1/s bei Temperaturen von bis zu 400°C bestimmt werden. Mit diesem Messbereich können die im Prozess auftretenden Schergeschwindigkeiten sowohl für Extrusion als auch für Spritzgußfertigung abgedeckt werden.

Durch den flexiblen Aufbau des Prüfgeräts kann dieses zudem auch zur Bestimmung der Dichte über einen weiten Druck- und Temperaturbereich eingesetzt werden. Durch ein Kühlmantelthermostat können diese pVT-Kurven nicht nur isotherm sondern auch isobar bestimmt werden. Dies gibt das reale Abkühlverhalten im Spritzgießwerkzeug besser wieder und liefert somit besonders prozessnahe Materialkenndaten.

Als weitere Zusatzausstattung wurde ein Rheotens-Tester beschafft. Dieser ermöglicht es, neben der Scherviskosität auch Aussagen über die Dehnviskosität zu treffen. Diese ist z.B. für Blasform- oder Schäumprozesse von hohem Interesse. Der Rheotens-Tester kann optional auch separat vom Rheograph 20 an einer Extrusions- oder Compoundieranlage betrieben werden, um eine besonders prozessnahe Messung zu gewährleisten.

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