12.10.2010

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Schöfer: Hochwertige Oberflächen für Spritzgießteile

Eine Möglichkeit, Spritzgießteile mit hochwertigen Oberflächen zu produzieren, ist das Hinterspritzen von Verbundfolien mit einer tragenden Struktur. Die dabei verwendeten dreidimensional vorgeformten Inserts sind zum Teil beidseitig mit mehreren Lackschichten versehen und bieten weitgehende Möglichkeiten zur individuellen Oberflächengestaltung. Um die optische Anmutung weiter zu verbessern und bei hoher Beanspruchung die Dekorschichten zusätzlich zu schützen, hat die Schöfer GmbH an der Integration einer PUR-Gießlack-Beschichtung in den Spritzgießprozess mitgearbeitet. Dabei wurde in der Werkzeugkonstruktion die verfahrenstechnische Brücke zwischen dem Hochdruckprozess des Spritzgießens und dem Niederdruckprozess PUR-Gießen geschlagen. Die kompakte transparente PUR-Beschichtung zeichne sich durch hohe Oberflächenqualität bis zur Klavierlack-Anmutung bei hoher Kratzfestigkeit aus.

Das auf der K 2010 präsentierte Beispiel geht noch einen Schritt weiter: Statt der Kunststoff-Verbundfolie wird ein dreidimensional konfektioniertes Echtholz-Furnierteil mit Kunststoff hinterspritzt und im selben Zyklus mit PUR-Gießlack beschichtet. Realisiert wurde das als Gemeinschaftsprojekt mit den Unternehmen Engel (Spritzgießmaschine), Hennecke (PUR-Druckgießanlage), Votteler (PUR-Gießlack) und HIB-Trimpart (Prozesstechnik Furnierverarbeitung). Schöfer lieferte die Werkzeugtechnik, die eine nahezu nacharbeitsfreie Herstellung des Verbundteils ermögliche. Die Spritzgießanlage soll zur K in Produktion zu sehen sein. Holz-Kunststoff-Verbunde bieten das Potenzial zur rationellen Herstellung spezieller Dekorteile für Automobile, Möbel oder hochwertige Konsumgüter.

Als weiteres Beispiel der Möglichkeiten von Folienverbunden wird das Ergebnis des Kooperationsprojekts der österreichischen Unternehmen Plastic Electronic, Hueck Folien, Schöfer und Serigraph präsentiert: Dabei ist es nach Unternehmensangaben erstmals unter Serienbedingungen gelungen, elektrisch leitfähige Strukturen auf einer Trägerfolie dreidimensional zu verformen und in der Spritzgießmaschine zu einem Bauteil zu kombinieren. Auf diese Weise können berührungssensible Schalter, Schiebe- oder Drehregler direkt in ein Bedienpanel integriert werden, ohne Kompromisse im Produktdesign eingehen zu müssen. In einer Art Sandwichverfahren können Spritzgießteile mit einer Dekorfolie auf der Vorderseite und der Funktionsfolie auf der Rückseite in einem Schuss hergestellt werden. Auch bei diesem Projekt stammen die Werkzeug- und die Spritzgießtechnik aus dem Schöfer-Technikum.

Die Firma Schöfer ist als Technologiepartner auf dem Messestand der Fa. Engel vertreten, nicht jedoch mit einem eigenen Messestand.

Weitere Informationen: www.schoefer.at

K 2010, 27.10.-3.11.2010, Düsseldorf, Halle 15, Stand C58