20.08.2014

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Semperit: Gute Umsatz- und Ergebnisentwicklung im 1. Halbjahr 2014

Die börsenotierte Semperit Gruppe setzte im ersten Halbjahr 2014 das organische Wachstum fort und erzielte eine gute Umsatz- und Ergebnisentwicklung. Der Umsatz stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode um 2,9% auf 464,3 Mio. EUR (nach 451,4 Mio. EUR). Die beiden Sektoren Medizin und Industrie trugen mit starken Vertriebsleistungen und Absatzsteigerungen zum Wachstum bei. Das aufgrund der deutlich gesunkenen Rohstoffpreise rückläufige Preisniveau konnte somit mehr als kompensiert werden. Im Sektor Medizin wurden beim Absatz erneut zweistellige Zuwachsraten erzielt. Der konjunkturabhängigere Sektor Industrie konnte Umsatz und Profitabilität weiter steigern, teilt das Unternehmen mit.

Semperit erhöhte das Konzern-EBITDA im ersten Halbjahr 2014 um 4,6% auf 68,8 Mio. EUR (nach 65,8 Mio. EUR). Das EBIT wurde um 5,7% auf 46,2 Mio. EUR gesteigert (nach 43,7 Mio. EUR). Die EBITDA-Marge wurde auf 14,8% (nach 14,6%) und die EBIT-Marge auf 10,0% (nach 9,7%) verbessert. Das Ergebnis nach Steuern (Periodenüberschuss) lag aufgrund etwas höherer Finanzaufwendungen mit 27,8 Mio. EUR leicht unter dem Vorjahresniveau (28,2 Mio. EUR).

Semperit behauptete sich auch im zweiten Quartal 2014 gut. Obwohl Produktionsmengen und Absatz deutlich gesteigert werden konnten, führten die im Vergleich zur Vorjahresperiode gesunkenen Rohstoffpreise zu einem leichten Umsatzrückgang auf 231,6 Mio. EUR (nach 236,2 Mio. EUR). Das EBITDA verringerte sich um 2,9% auf 35,4 Mio. EUR, das EBIT auf 23,9 Mio. EUR (-4,2%). Trotz dieser Rückgänge war die Profitabilität mit einer EBITDA-Marge von 15,3% und einer EBIT-Marge von 10,3% auf sehr gutem Niveau.

Semperit verfügte zum Stichtag 30.6.2014 über eine solide Kapitalausstattung. Die Eigenkapitalquote lag mit 48,9% auf konstant hohem Niveau (nach 48,3% zum Jahresende 2013). Die liquiden Mittel beliefen sich auf 157,3 Mio. EUR, nach 182,6 Mio. EUR zum Jahresende. Für den Rückgang waren vor allem Dividendenauszahlungen verantwortlich.

Sektor Medizin: Umsatz und Erträge gesteigert
Im Sektor Medizin (Segment Sempermed) konnten durch verstärkte Vertriebsaktivitäten deutlich höhere Verkaufsmengen erzielt werden. Damit wurden anhaltend negative Preiseffekte aufgrund der niedrigen Rohstoffpreise wettgemacht. Untersuchungshandschuhe waren vor allem in Europa stark nachgefragt. Der Absatz in der Industrie- und Konsumgüterbranche entwickelte sich weiter positiv. Belastend wirkten sich hingegen eine Anhebung der Energiepreise in Malaysia sowie mehrere Stillstandstage im Werk in Kamunting/Malaysia aufgrund von externen Infrastrukturarbeiten an der Wasserversorgung für das neue Semperit-Werk an diesem Standort aus. Alle Sempermed-Produktionsstätten waren unverändert gut ausgelastet.

Der Sektor-Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2014 um 1,1% auf 220,6 Mio. EUR. Das Sektor-EBITDA konnte um 3,6% auf 29,2 Mio. EUR erhöht werden. Die EBITDA-Marge verbesserte sich auf 13,3%, nach 12,9% in der Vorjahresperiode. Die EBIT-Marge verbesserte sich leicht von 7,8% auf 7,9%.

Sektor Industrie: Ausgezeichnete Entwicklung im ersten Halbjahr 2014
Der Sektor Industrie (Segmente Semperflex, Sempertrans und Semperform) entwickelte sich mit einer weiteren Umsatz- und Ergebnissteigerung deutlich positiv. Alle drei Segmente konnten die Absatzmengen erneut steigern. Hauptverantwortlich dafür waren starke Vertriebsleistungen, die den Gewinn neuer Kunden und den Ausbau von Marktanteilen ermöglichten.

Im Segment Semperflex führten Vertriebserfolge zu einer sehr guten Auslastung der Produktionsstätten und einer deutlichen Umsatz- und Ergebnissteigerung. Bei Hydraulikschläuchen entwickelte sich das Europa- und US-Geschäft gut. Der Geschäftsverlauf bei Industrieschläuchen war in Europa trotz der herausfordernden Situation in der Ukraine und Russland sehr gut. Die begonnene Globalisierung zeigte insbesondere in Asien weitere Erfolge. Das Segment Sempertrans erzielte Mengensteigerungen. Vor allem in Westeuropa profitierte Sempertrans von der guten Marktposition und seinem flächendeckenden Vertriebs- und Händlernetz. Die Rohstoffpreiseffekte resultierten in einem Umsatz- und Ergebnisrückgang. Das Segment Semperform erwirtschaftete durch Marktanteilsgewinne ein zweistelliges Volumenswachstum.

Der Sektor-Umsatz Industrie stieg im ersten Halbjahr 2014 um 4,5% auf 243,7 Mio. EUR. Der Anstieg des Sektor-EBITDA fiel mit 10,1% auf 49,7 Mio. EUR noch höher aus. Die EBITDA-Marge erreichte mit 20,4% nach 19,4% in der Vorjahresperiode einen ausgezeichneten Wert. Die EBIT-Marge erhöhte sich von 14,7% auf 16,0%, wobei in allen drei Segmenten zweistellige EBIT-Margen erzielt wurden.

Ausblick 2014 und Mehrjahresziele
Die Semperit Gruppe erwartet für den weiteren Jahresverlauf 2014 eine Fortsetzung der aktuellen Auftragslage und eine zufriedenstellende Entwicklung von Umsatz und Ergebnis im Vergleich zu 2013. Global sei jedoch eine verhaltenere Markt- und Nachfrageentwicklung zu verzeichnen.

Der Sektor Medizin verfügt über eine vom allgemeinen Wirtschaftswachstum weithin unabhängige Wachstumsdynamik. Der Sektor Industrie ist für die kommenden Monate gut ausgelastet. Die aktuellen geopolitischen Krisen und die Wirtschaftssanktionen gegen Russland führen jedoch zu Unsicherheiten in einzelnen Absatzmärkten. Dies führt unter anderem auch dazu, dass Mitbewerber von Semperit auf andere Märkte ausweichen und sich auf diesen der Wettbewerb verstärkt. Eine weitere Schwächung der Konjunktur in Russland und Osteuropa würde voraussichtlich die lokale Nachfrage nach den Produkten einzelner Business Units belasten.

Der Fokus im Segment Sempermed liegt weiterhin auf der Steigerung von Effizienz sowie in der gezielten Bearbeitung neuer Kundensegmente. Die Semperit Gruppe geht von einer unveränderten Steigerung der globalen Nachfrage nach Untersuchungs- und Schutzhandschuhen aus. Um dieses Marktwachstum zu nutzen, erhöht Sempermed seine Produktionskapazitäten am Standort Kamunting in Malaysia. Insgesamt sollen im Zeitraum 2014 bis 2016 rund 50 Mio. EUR in den Bau einer neuen Handschuhfabrik investiert werden.

Im Sektor Industrie wird im Hinblick auf mögliche Volumensteigerungen darauf hingewiesen, dass die Kapazitäten in allen drei Segmenten gut ausgelastet seien. Deshalb werden die Fertigungskapazitäten für Hydraulik- und Industrieschläuche in Odry, Tschechien, für Förderbänder am Standort Bełchatów in Polen und für Handläufe in Shanghai, China, ausgebaut. Die zusätzlichen Kapazitäten würden Zug um Zug im Laufe des Jahres 2015 zur Verfügung stehen.

Für das Jahr 2014 sind Anlageninvestitionen (CAPEX) von rund 50 bis 60 Mio. EUR geplant, im Vergleich zu 49,7 Mio. EUR im 2013. Davon sind rund 25 Mio. EUR für die Instandhaltung der bestehenden Anlagen vorgesehen.

Semperit hält an den bisherigen Wachstumszielen unverändert fest: Im Durchschnitt soll in den Jahren von 2010 bis einschließlich 2015 ein zweistelliges Umsatzwachstum erzielt werden. Die angestrebte Bandbreite einer Zielmarge bleibt für das EBITDA unverändert zwischen 12% und 15% und für das EBIT zwischen 8% und 11%.

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