05.05.2014

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Simona: Rückgang bei Umsatz und Ergebnis - Kernmarkt Europa schwach - Fortschritte bei strategischer Neuausrichtung

Umsatz und Ergebnis des Simona Konzerns sind im Geschäftsjahr 2013 zurückgegangen. In einem von schwacher Investitionstätigkeit geprägten wirtschaftlichen Umfeld sanken die Umsatzerlöse um 2,4 Prozent auf 286,2 Mio. EUR (Vorjahr 293,2 Mio. EUR). Das liegt im Rahmen der Prognose, aber deutlich unter dem budgetierten Ziel von über 300 Mio. EUR, teilt das Unternehmen mit. Aufgrund von Produktmix- und Preiseffekten sowie gestiegenen Energiekosten ging das EBIT deutlich auf 8,2 Mio. EUR (Vorjahr 14,1 Mio. EUR) zurück. Die EBIT-Marge sank von 4,8 Prozent in 2012 auf 2,9 Prozent.

Kernmarkt Europa schwach
Mit einer strategischen Neuausrichtung und Akquisitionen im US-Markt erwartet der weltweit agierende Kunststoffverarbeiter für 2014 eine Steigerung von Umsatz und Ergebnis. Die Umsatzentwicklung im Geschäftsjahr 2013 war von einem schwachen ersten Halbjahr geprägt. "Diese Rückgänge konnten wir nicht mehr aufholen, trotz eines stabilen zweiten Halbjahres mit einem ordentlichen Schlussquartal", so Wolfgang Moyses, Vorsitzender des Vorstandes der Simona AG. "Im Kernmarkt Europa haben wir verloren, hier hat sich die schwache Investitionstätigkeit besonders bemerkbar gemacht. Zufrieden sind wir mit dem deutlichen Wachstum in Osteuropa, insbesondere der jungen Tochtergesellschaft in Russland. In Asien war die Entwicklung stabil, wir sind allerdings unter den Erwartungen geblieben. Unser Absatz in den USA war schwach", so Moyses weiter.

In Deutschland sind die Umsatzerlöse um 4,2 Prozent auf 89,2 Mio. EUR (Vorjahr 93,1 Mio. EUR) zurückgegangen. In der Region "Übriges Europa und Afrika" konnten Rückgänge in Westeuropa durch ein starkes Geschäft in Osteuropa überkompensiert werden. Die Umsatzerlöse dieser Region sind um 1,6 Prozent auf 148,4 Mio. EUR gestiegen. Die Umsätze in der Region "Asien, Amerika und Australien" sind aufgrund eines deutlichen Rückgangs in den USA um 10,1 Prozent auf 48,6 Mio. EUR (Vorjahr 54,0 Mio. EUR) gesunken.

Vom Umsatzrückgang waren beide Produktgruppen betroffen. Mit Halbzeugen und Fertigteilen wurden 210,0 Mio. EUR Umsatz weltweit erzielt. Das sind 2,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Hier zeigt sich die schwache Entwicklung im chemischen Behälterbau durch Rückgänge beim Umsatz mit Platten aus Polypropylen und Fluorkunststoffen. Dagegen konnte der Umsatz mit PVC-Schaumplatten für den Hochbau weiter gesteigert werden.

Im Produktbereich Rohre und Formteile betrugen die Umsatzerlöse 76,2 Mio. EUR (Vorjahr 78,2 Mio. EUR). Das sind 2,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Rückgänge hatten Rohre für Tiefbau- und Industrieanwendungen zu verzeichnen. Zuwächse konnten im Geschäft mit Formteilen aus Fluorpolymeren für sicherheitsrelevante Anwendungen erzielt werden.

Das Ergebnis ist für das Unternehmen nicht zufriedenstellend. Es wurde ein EBIT von 8,2 Mio. EUR (Vorjahr 14,1 Mio. EUR) erzielt. Die EBIT-Marge von 2,9 Prozent liegt deutlich unter dem Zielwert von 5 Prozent und leicht unter der Prognose. Produktmix- und Preiseffekte sowie damit verbundene gesunkene Umsatzerlöse und Margen und ein intensiver Wettbewerb seien dafür ausschlaggebend gewesen. Weiter gestiegene Energiekosten haben das Ergebnis ebenfalls belastet.

Im Zuge der Restrukturierung in Europa hat sich die Zahl der Mitarbeiter im Konzern zum Jahresende um 65 auf 1.172 verringert. Betroffen waren vor allem die deutschen Standorte.

Fortschritte bei strategischer Neuausrichtung
Simona hat im Jahr 2013 mit einer strategischen Neuausrichtung begonnen. Eine höhere Innovationskraft, schnellere Prozesse und mehr Wachstum in den Emerging Markets sind die Hauptziele. Dabei will das Unternehmen unabhängig bleiben und das Wachstum selbst gestalten.

"Mit der Entwicklung und Umsetzung unserer Strategie sowie den Fortschritten beim strukturellen Umbau sind wir zufrieden. Mit der wirtschaftlichen Entwicklung sind wir es nicht", fasst Wolfgang Moyses das Geschäftsjahr 2013 zusammen. "Das vergangene Jahr war enorm wichtig für unsere Zukunftsfähigkeit. Wir haben durch die Entwicklung neuer Produkte für neue Märkte Fortschritte gemacht, unsere Abhängigkeit vom chemischen Behälterbau in Europa zu reduzieren. Ein neues Technologiezentrum am Stammsitz Kirn, das im dritten Quartal 2014 fertiggestellt werden soll, schafft noch mehr Kapazitäten für Innovationsprojekte. In den Emerging Markets haben wir unsere technische Beratung verstärkt, um im High-End-Markt industrieller Anwendungen zu wachsen. Die Akquisitionen von Laminations und Boltaron Anfang dieses Jahres machen die neue Simona America Group zu einem signifikanten Spieler im US-Markt mit 80-90 Mio. USD Umsatz, mehr als 250 Mitarbeitern und Zugang zum weltweit wachsenden Markt für die Inneneinrichtung von Flugzeugen", so Moyses weiter.

Auf 2014 blickt Simona vorsichtig optimistisch. Die konjunkturellen Rahmenbedingungen werden als positiver betrachtet, das Investitionsklima als freundlicher. Das Unternehmen erwartet einen Umsatz von größer 300 Mio. EUR und ein EBIT von mehr als 10 Mio. EUR. Im ersten Quartal stieg der Konzernumsatz um 11,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 77,1 Mio. EUR. Das EBIT betrug im ersten Quartal 1,7 Mio. EUR (Q1 2013: 2,0 Mio. EUR). "Im ersten Quartal haben Währungseffekte und Einmalkosten der Akquisition von Laminations das Ergebnis belastet. Operativ haben wir uns verbessert. Wir werden in Europa weiter konsolidieren und gleichzeitig ein Wachstum mit margenstarken Produkten anstreben. Außerhalb Europas investieren wir in die Zukunft. USA und China stehen dabei an erster Stelle", so Wolfgang Moyses.

Über Simona
Die Simona AG ist Hersteller von thermoplastischen Kunststoffprodukten mit internationalen Produktions- und Vertriebsstandorten. Das Produktprogramm umfasst Kunststoffhalbzeuge (Platten, Stäbe, Profile, Schweißdrähte), Rohre und Formteile sowie Fertigteile. Rund 1.400 Mitarbeiter beschäftigt Simona weltweit. 35.000 Artikel für unterschiedliche Branchen werden im In- und Ausland gefertigt. Die Jahresproduktion beträgt über 100.000 Tonnen. Die Simona AG ist im General Standard börsennotiert. Sitz des Unternehmens ist Kirn, Rheinland-Pfalz.

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