22.05.2014

Max-Planck-Institut für Polymerforschung

Simulationsmethoden für weiche Materie gefördert

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die Einrichtung eines neuen Sonderforschungsbereichs (SFB) unter Beteiligung des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung Mainz (MPI-P) bewilligt. Sie folgt damit einem gemeinsamen Antrag des MPI-P, der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz (JGU) als Sprecherinstitution sowie der Technischen Universität Darmstadt (TU Darmstadt) und fördert das Forschungsfeld zunächst für die kommenden vier Jahre mit circa sieben Millionen Euro. Der neue SFB/Transregio (TRR) „Multiskalen-Simulationsmethoden für Systeme der weichen Materie“ befasst sich mit der computergestützten Simulation von Prozessen in weicher Materie und ihrer Eigenschaften.

„Die Einwerbung des neuen DFG-Sonderforschungsbereichs/Transregio unterstreicht die gute Zusammenarbeit zwischen Max-Planck-Institut für Polymerforschung, Johannes Gutenberg-Universität und TU Darmstadt“, so Doris Ahnen, Wissenschaftsministerin des Landes Rheinland-Pfalz.

Fundamentale Erkenntnisse für die Materialentwicklung liefern
Multiskalenmodellierung ist ein zentrales Thema der Materialwissenschaften. Eine wichtige Klasse ist dabei weiche Materie, die von einfachen Kunststoffen bis zu komplexen biomolekularen Systemen oder Materialien für die organische Elektronik reicht. Ihre Eigenschaften werden durch ein subtiles Wechselspiel von Energie und Entropie bestimmt. Kleine Änderungen der molekularen Wechselwirkungen können große Änderungen der makroskopischen Eigenschaften eines Systems zur Folge haben. Der SFB/TRR 146 „Multiskalen-Simulationsmethoden für Systeme der weichen Materie“ will einige der drängendsten Probleme der Multiskalenmodellierung in Zusammenarbeit von Physikern, Chemikern, angewandten Mathematikern und Informatikern angehen. Ziel ist es, durch die Entwicklung neuer Simulations- und Analysetechniken auch Simulationen zur Struktur und Dynamik von komplexeren Systemen der „wirklichen Welt“ zu ermöglichen, wie zum Beispiel vielkomponentige Materialien oder auch solche, die durch Nichtgleichgewichtsprozesse bestimmt werden.

Der Arbeitskreis von Max-Planck-Direktor Kurt Kremer widmet sich der theoretischen, insbesondere computergestützten Erforschung der physikalischen und chemischen Merkmale weich kondensierter Materie. Die große Bandbreite der Untersuchungsobjekte und –methoden spiegelt sich auch in der umfangreichen Beteiligung am SFB/TRR 146 wider: An insgesamt fünf Teilprojekten, die den Bogen von der theoretischen Physik und Chemie über die numerische Mathematik bis hin zur Softwareentwicklung spannen, sind Kurt Kremer und seine Mitarbeiter beteiligt.

„Die erfolgreiche Bewilligung durch die DFG zeigt, welch hohe Bedeutung der theoretischen, computerbasierten Forschung zukommt. Wir können nun unsere breitgefächerte Kompetenz einbringen und die langjährige Zusammenarbeit mit unseren Partner an der TU Darmstadt und an der JGU Mainz intensivieren“, sagt Kremer.

Sonderforschungsbereiche sind langfristige DFG-Projekte in der Grundlagenforschung, wobei SFB/TRR von mehreren Hochschulen gemeinsam beantragt werden. Der Bewilligungsausschuss der DFG hatte auf seiner Frühjahrssitzung beschlossen, 13 neue Sonderforschungsbereiche einzurichten. Vier davon sind SFB/TRR-Initiativen. Die wiederholt erfolgreiche Einwerbung setzt die Erfolgsgeschichte des MPI-P bei Bewerbungen um Sonderforschungsbereiche und ähnlich koordinierte Projekte fort.

Max-Planck-Institut für Polymerforschung
Das 1984 gegründete Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPI-P) zählt zu den international führenden Forschungszentren auf dem Gebiet der Polymerwissenschaft. Durch die Fokussierung auf so genannte weiche Materie und makromolekulare Materialien ist das Max-Planck-Institut für Polymerforschung mit seiner Forschungsausrichtung weltweit einzigartig. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem In- und Ausland arbeiten im Rahmen der Grundlagenforschung an der Herstellung und Charakterisierung von Polymeren und der Untersuchung ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften. Anfang 2014 sind insgesamt 518 Personen am MPI-P beschäftigt: Die Belegschaft setzte sich aus 121 Wissenschaftlern, 147 Doktoranden und Diplomanden, 76 Stipendiaten und 174 technischen und Verwaltungsangestellten sowie Hilfskräften zusammen.

Quelle: