29.11.2011

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Sonderhoff: Naturfaser verstärktes Polyurethan präsentiert

Auf der gut besuchten Fachtagung "Polyurethane 2011!" des Fachverbands Schaumkunststoffe und Polyurethane e.V. (FSK) vom 05. bis 07. Oktober 2011 in Wolfsburg stellte die Sonderhoff Chemicals GmbH in einem Vortrag mit dem Titel "Was können Naturfaser verstärkte Polyurethane?" erste Ergebnisse seines Entwicklungsprojektes vor.

Der FSK war mit der achten Auflage seiner internationalen Fachtagung "Polyurethane 2011!" in diesem Jahr zu Gast in der Auto Uni der Volkswagen AG. Über 240 Teilnehmer informierten sich über Trends und Entwicklungen am Markt für Polyurethane (PUR). Im Fokus der Vorträge standen die Anforderungen an das Auto der Zukunft, der E-Antrieb und neue Mobilitätskonzepte sowie der zunehmende Anteil von neuen kunststoffbasierten Materialverbünden im Automobilbau.

Zusammen mit neun weiteren Firmen aus der Polyurethanbranche stellte sich Sonderhoff - Hersteller von PUR basierten Schaumdichtungen und Vergusslösungen sowie von Niederdruck Misch- und Dosieranlagen - auf der begleitenden Fachausstellung dem interessierten Publikum als Systemlieferant vor. Die Sonderhoff Chemicals GmbH ist seit Jahren Mitglied im FSK Fachverband Schaumkunststoffe und Polyurethane e.V. (Frankfurt a. M.) und mit ihrem Geschäftsführer Dr. Alfred Link auch im Vorstand des FSK vertreten.

Naturfaser verstärkte Polyurethane bieten Potentiale für den Automobilleichtbau
In den technischen Vorträgen wurde vor allem das vielfältige Einsatzspektrum von Polyurethan im Autobau herausgestellt und die Potenziale sowie Trends für die Zukunft aufgezeigt. Volker Welsch, Entwicklungsleiter bei Sonderhoff Chemicals, nutzte die Tagung, mit seinem Vortrag "Was können Naturfaser verstärkte Polyurethane?" ein neu entwickeltes, Naturfaser verstärktes Polyurethan (PUR/NF) auf Basis nachwachsender Rohstoffe mit einem Gesamtanteil von 67% vorzustellen. Darin enthalten sind 40% Flachsfasern.

Das Potential von Naturfasern für Leichtbauanwendungen ergibt sich aus der vergleichsweise geringen Dichte. Flachsfasern haben z.B. eine Dichte von ca. 1,45g/cm3 und sind damit 37% leichter als Glasfasern, deren Dichte bei ca. 2,3g/cm3 liegt. Ein weiterer Pluspunkt der Naturfaser ist weiterhin, dass beim Bruch keine scharfen Kanten entstehen, wie es bei Glasfasern, und insbesondere Kohlefasern, der Fall ist. Für das Crashverhalten in Automobilen spielt dies eine wichtige Rolle. Zusätzlich sind die Energiekosten bei der Herstellung von Naturfasern deutlich geringer als bei Glasfasern. CO2 wird in den Fasern gebunden, was insgesamt zu einer deutlich besseren CO2-Bilanz der Naturfasern beiträgt.

Ziel der Entwicklung war, ein Polyurethansystem zu entwickeln, das einerseits bezüglich Verarbeitbarkeit und Endeigenschaften mit einem Epoxid Infusionsharzsystem vergleichbar ist und die Polyolkomponente zudem einen möglichst hohen Anteil an nachwachsenden Rohstoffen enthält. Das Ergebnis ist ein niedrig-viskoses, hydrophobes System mit hoher mechanischer Festigkeit. Das auf der Tagung präsentierte Türmuster ist in Anlehnung an ein Golf V-Türblatt erstellt worden.

Erste konkrete Anfragen lassen den weiteren Angaben von Sonderhoff zufolge auf ein großes Interesse an dem Naturfaser verstärkten Polyurethansystem schließen. In der Zusammenarbeit mit potentiellen Interessenten will das Unternehmen das neue Produkt und seine Anwendungsmöglichkeiten weiterentwickeln.