29.07.2011

Justus-Liebig-Universität Gießen

Speicherung von Wasser und Kohlenstoff im Boden

Erfolgreiches LOEWE-Projekt zu Superabsorbern zieht zwei Folgeprojekte nach sich

So genannte Superabsorber kennt der Durchschnittsverbraucher vor allem aus Babywindeln, die dank solcher Stoffe große Mengen Flüssigkeit aufnehmen können. Mit der Möglichkeit, auf diese Weise Wasser in Böden zu speichern und sie so ertragreicher zu machen, hat sich in den letzten Jahren ein Projekt Gießener Wissenschaftler um Prof. Dr. Hans-Georg Frede (Institut für Landschaftsökologie und Ressourcenmanagement) beschäftigt. Bei dem Forschungsvorhaben, das anteilig aus der hessischen Exzellenzinitiative LOEWE finanziert und in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Geohumus durchgeführt wurde, ging es um die Entwicklung eines Nachweisverfahrens zur Abbaubarkeit solcher Superabsorber. In der LOEWE-Förderlinie steht vor allem die Kooperationen von kleinen und mittleren Unternehmen mit Hochschulen im Fokus. Aus dem erfolgreich abgeschlossenen Projekt sind jetzt zwei bedeutende Folgeprojekte hervorgegangen.

Mittlerweile geht es nicht mehr „nur“ um Wasserspeicherung, sondern auch um die Bekämpfung des Klimawandels. Mit so genannter Biokohle könnte langfristig Kohlenstoff in Böden festgelegt werden, um so dem Treibhauseffekt entgegen zu wirken. Unter Biokohle versteht man Kohleprodukte aus organischen Substraten, die aus Ausgangsprodukten wie Pflanzenmaterial, Abfällen aus Biogasanlagen oder Klärschlamm hergestellt werden. Obwohl diese Produkte bereits vielfach angewendet werden, ist ihre Stabilität weitgehend unbekannt. Wie lange speichern sie wirklich den Kohlenstoff? Auch diese Frage kann mit dem neuen Nachweisverfahren beantwortet werden. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt unterstützt daher seit Juni ein Projekt (Gesamtkosten: 406.000 Euro), in dem die Gießener Wissenschaftler diese Thematik untersuchen.

Das aus dem Ursprungs-LOEWE-Projekt hervorgegangene Nachweisverfahren zum Abbau von Superabsorbern ist sowohl im Bundeslandwirtschaftsministerium als auch in der Chemieindustrie auf großes Interesse gestoßen. Deshalb hat das Ministerium Prof. Frede und seine Mitarbeiter in einem mit 238.000 Euro geförderten Folgeprojekt beauftragt, die entwickelte Methodik zu einem Routine-Analyseverfahren auszubauen. Damit soll in Zukunft der gesetzlich geforderte Nachweis erbracht werden, dass Superabsorber im Boden auch tatsächlich abbaubar sind und sich nicht durch Anreicherung negativ auf die Umwelt auswirken. An dieser Fragestellung sind natürlich auch private Unternehmen interessiert, die Superabsorber produzieren und weltweit vertreiben.

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