14.05.2014

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste April 2014

PE-Qualitäten stagnierend / PP steigen wegen C3-Enge an / PVC schwächelt / Styrolkunststoffe folgen steigendem Monomer / PET abwärts / Mai unter Auftriebszeichen

Die Anhebungsforderungen mussten die europäischen PE-Anbieter im April nach
sporadischen kleinen Anfangserfolgen spätestens rund um Ostern unverrichteter
Dinge wieder einpacken. Letztlich konnten so aber fast alle Typen des Portfolios
preislich stabil gehalten werden, was angesichts der gesunkenen Ethylenkosten
immerhin einen kleinen Margenzugewinn bedeutete. Am stärksten zeigten sich die
Notierungen für PE-LLD (C4), auf der anderen Seite rutschten einige Qualitäten
des PE-HD leicht ab. Eine signifikante Sonderentwicklung zeigt derzeit das
Ethylen-Copolymer EVA, das wegen der globalen VAM-Enge unter großem
Auftriebsdruck steht.


Die Preise für PP haben derweil spürbar angezogen. Das Vorprodukt tendierte
zur Enge, was die Polymerproduktion merklich beeinträchtigte. Orderstopps und
FMs gaben den Produzenten ausreichende Hebelansätze, um ihre Margen zumindest
leicht zu verbessern. Die Aufschläge lagen so bei den Standard-PP meist über den
Kostensteigerungen.


Die PVC-Produzenten kamen trotz der bedrängenden Nöte von unbefriedigenden
Natronlauge-Erlösen preislich nicht vom Fleck. Die Forderungen von meist +30
EUR/t zerschellten an den abermals leicht gesunkenen Ethylenkosten. Der nun drei
Monate in Folge anhaltende C2-Abwärtstrend stärkte das Rückgrat der Abnehmer,
die am Ende bei allen PVC-Qualitäten leichte Nachlässe erzielten.


Auf den geringfügigen Kostenanstieg beim Vorprodukt SM reagierten die Preise
für Styrolkunststoffe im April mit noch geringeren, zum Teil marginalen
Aufschlägen. Die SM-Kostenveränderung von 15 EUR/t konnten die Anbieter in der
Regel nur bei den Tieflagen von PS und EPS-Dämmstoffen an die Verarbeiter weiter
geben. Ansonsten wurden die Preise allenfalls in geringerem Umfang angepasst
oder gleich auf dem Vormonatsniveau fortgeschrieben.


Die Preise für kleine bis mittlere PET-Abnahmen in Europa gingen im Nachlauf
der in den Monaten zuvor fallenden PX-Kostenbasis nochmals moderat zurück. Große
Kunden hatten bereits im März höhere Abschläge bekommen, sodass hier eher der
Rollover die Regel war. Wechselkäufer in Nordwesteuropa konnten sich unter
anderem mit günstigen Angeboten aus Südeuropa eindecken, die den asiatischen
Importen deutlich Kontra gaben.


In den meisten PE-Marktsegmenten werden Steigerungen im Mai schwerer zu
vermeiden sein als im Vormonat. Obwohl die Ethylennotierung nur in einem
schwachen Rollover fixiert wurde, haben die Anbieter für alle PE abermals
Forderungen bis zu +30 EUR/t ausgerufen.


Bei PP wird ein weiterer spürbarer Auftrieb wird kaum zu vermeiden. Die
Marktlage in der gesamten Propylenstrecke tendiert weiterhin zur Enge. Der
C3-Kontrakt für Mai wurde abermals um 10 EUR/t heraufgesetzt. Vor diesem
Hintergrund fordern etliche Anbieter +40 EUR/t für die Standard-Qualitäten.


Erstmals in diesem Jahr deuten sich auch Erhöhungsperspektiven bei den
Vinylkunststoffen an. Produktion und Lager stehen relativ tief, während die
Saisongeschäfte vor allem im Bau deutlicher an Fahrt gewinnen sollten als
bisher. Zwar werden die Forderungen der Anbieter wohl nicht erreicht werden,
aber spürbare Zuschläge stehen mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit im
Raum.


Der SM-Referenzpreis für den Mai hat erneut um 20 EUR/t zugelegt. Im
Windschatten dessen dürften auch die Preise für Styrolkunststoffe nach oben
tendieren.


Der PET-Markt tendiert unterdes weiter eindeutig zur Überversorgung. Da sich
die Kostenseite stabilisiert hat, könnte im Mai eine kleine Verschnaufpause auf
dem Talgang eingelegt werden. Allerdings stehen neue große Anlagen in Europa
recht kurz vor dem Start, sodass die Perspektive beim anhaltend normalem
Bedarfsverlauf auf eine nochmals gravierend verstärkte Überversorgung mit
entsprechendem Druck auf die Notierungen deutet.

Mehr Informationen zu den KI Polymerpreisen ...