11.05.2015

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste April 2015

Preise explodieren breitflächig / Teils dramatische Versorgungsengen / Kostenfrage spielt bei Polyolefinen keine Rolle / PS folgt dem Styrol-Steilflug / Im Mai weitere Aufschläge

Die Versorgungslage im europäischen Markt für Standard-Thermoplaste war im
April 2015 "eine einzige Katastrophe", wie es im Rahmen der KI-Umfrage hieß. Die
Einschränkungen durch FMs, Drosselungen wegen Vorproduktknappheit, Störungen und
Wartungen hinterließen große Lücken im Angebot, zumal der schwache Euro die
Importe fernhielt. Dadurch rückten sonst so zentralen Kostenentwicklungen mit
Ausnahme des Styrols eher in den Hintergrund.


Bei PE war das Preisniveau zu Beginn generell zu niedrig, um das Interesse
von Importeuren zu wecken. Mit der Kostenfrage (Ethylen +55 EUR/t) hielt sich
angesichts der extremen Engen daher niemand lange auf. Unter klar dreistelligen
Anhebungen kam kein Abnehmer weg, je nach Ausgangslage wurden auch Werte weit
jenseits der +200 EUR/t erreicht.


Nach der radikalen Kehrtwende im Vormonat ging es mit den PP-Notierungen noch
steiler nach oben. Obwohl die Propylen-Kontraktreferenz nur um 55 EUR/t
angestiegen war, diktierte die teils extreme Marktenge den Abnehmern bis zu 200
EUR/t und teils sogar mehr an Aufschlägen in die Bücher.


Mit dreistelligen Forderungen suchten auch die PVC-Produzenten ihr
Margenglück. Je enger das Angebot im Verlauf dann tendierte, desto kräftiger
wurden die Anhebungen. Am Ende ergab sich ein sehr heterogenes Steigerungsbild.
Im Schnitt können +75 EUR/t für Basis-PVC konstatiert werden.


Wer die PS-Preiserhöhungen von März schon heftig fand, wurde im April eines
Besseren belehrt. Der SM-Referenzkontrakt schoss um 300 EUR/t nach oben, und die
Erzeuger gaben die Kostensteigerungen meist in vollem Umfang weiter. Dabei
spielte auch ihnen die angespannte Versorgungslage in die Karten.


Wie schon im Vormonat legten die Notierungen für PET weiter zu. Dabei
gelangen den Anbietern durch die Bank Anhebungen über dem Niveau der
Kostensteigerungen. Wesentlich verantwortlich dafür ist die Euroschwäche, die
zum Versiegen der zuvor allgegenwärtigen Importströme geführt hat.


Für den Mai zeichnen sich allenthalben weitere Anhebungen ab. Die
Ethylenreferenz legte um 80 EUR/t zu, Propylen um 75 EUR/t, SM blieb dagegen mit
+20 EUR/t auf nun sehr hoher Ebene relativ ruhig. Bei den Polyolefinen werden
jedoch abermals gut dreistellige Erhöhungen gefordert. Bei den
Styrolkunststoffen sind dagegen Größenordnungen zwischen 30 und 60 EUR/t die
Regel.


Bei PE ist weiterhin von enger Versorgung auszugehen. Jedoch sollte sich die
Lage langsam wieder drehen. Die Rekordmargen bieten hohen Anreiz zur Produktion,
und auch für Importeure ist nun ein ansprechendes Level erreicht. So sind
bereits erste Lieferungen aus Nordamerika und Nahost avisiert. Dennoch muss im
Mai nochmals mit dreistelligen Steigerungen gerechnet werden.


Die PP-Versorgung könnte bereits in den nächsten Wochen vor einem Umschwung
stehen. Nicht nur bieten auch hier die exzellenten Margen sehr hohe Anreize für
die europäische Produktion. Das nordamerikanische Arbitragefenster zu Europa hat
sich zugleich weit geöffnet. Importangebote treten unweigerlich auf den Plan,
sodass der dreistellige Auftriebsdruck im Monatsverlauf abnehmen könnte.


Eine FM-Erklärung gegen Ende April sorgt bei PVC für anhaltende Engen. Damit
stehen im Mai weitere Erhöhungen an. Die Ausrufe reichen derzeit bis zu 120
EUR/t.


Die Forderungen der PS-Anbieter werden wohl weitgehend durchgehen, sind alle
Seiten überzeugt. "Es ist ein Verkäufermarkt", hieß es resignierend. Auch bei
PET dürft der Auftrieb anhalten, angesichts anhaltender Importschwäche,
kontinuierlichen Kostendrives und zunehmenden Bedarfs.

Mehr Informationen zu den KI Polymerpreisen ...