11/05/2016

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste April 2016

Margengewinne der Polyolefin-Anbieter / Auch PVC und Styrolkunststoffe im Ertragsplus / PET bleibt dagegen unter der Kostenentwicklung / Auftrieb schwächt im Mai deutlich ab

In vielen, aber am Ende dann doch nicht in allen Fällen gelangen den
europäischen PE-Anbietern im April 2016 leichte Margenverbesserungen. Eine
besondere Ausnahme bildete das Copolymer EVA mit dreistelligen Anhebungen, das
wegen des Ausfalls einer großen Anlage nur eng verfügbar war. Bis auf PE-LLD
(C4) tendierte die Marktlage aber auch bei den meisten PE-Typen zur Enge, nur so
wurden die Margenanhebungen über die +60 EUR/t der Ethylen-Referenz hinaus
möglich.

Die PP-Produzenten holten sich die leichten Margenverluste aus dem März
sofort zurück. Einige Wartungen schränkten das Angebot spürbar ein, zugleich
blieben die Importaktivitäten eher verhalten. Die Engetendenzen wurden für für
Anhebungen meist leicht über der Kostenvorgabe der Propylen-Referenz von +60
EUR/t genutzt.

Die Anbieter von S-PVC Basis verbesserten im Aufwind der Ethylen-Referenz
ebenfalls ihre Margen. Die Abnehmer von harten PVC-Fertigmischungen traf es
diesmal etwas härter, da sie über die Anhebungen des Matrixmaterials hinaus auch
Steigerungen bei Titandioxid mittragen mussten. Bei den weichen Mischungen blieb
es dagegen ruhiger. Die Produzenten von E-PVC begnügten sich mit abermals
leichten Margengewinnen in ähnlicher Höhe wie im Vormonat.

Die wieder einmal hoch volatile Kostenentwicklung erregte den europäischen
Markt für Styrolkunststoffe erneut. Die Steigerung der SM-Referenz um abermals
95 EUR/t führte zu Steigerungen der PS/EPS-Preise in der gleichen Größenordnung.
Vor allem die baunahen Bereiche orderten gut, hier begann die Saison nach Ostern
recht schwungvoll.

Die PET-Produzenten mussten die leichten Margengewinne der Vormonate im April
schon wieder abgeben. Das Angebot tendierte nicht so eng wie erwartet. Bei den
kontraktierten großen Mengen waren dabei höhere Anhebungen festzustellen als bei
den von KI reflektierten kleineren Abnahmen.

Im Mai könnte es bei vielen PE-Qualitäten zu heißen Kämpfen kommen. Viele
Abnehmer sehen nicht ein, dass die erneute Anhebung der Ethylen-Referenz von 40
EUR/t wieder voll zu ihren Lasten gehen soll. Wo immer es möglich scheinen
könnte, werden die Käufer auf Senkung der Forderungen bestehen. Es wird also auf
die Marktlage ankommen. Das alles gilt auf keinen Fall für EVA, wo der
Schockzustand nach dem Ausfall in Oberhausen noch anhalten wird.

Bei PP deutet vieles auf eine Beruhigung der Lage. Der Kostenimpuls ist mit
+15 EUR/t der Propylen-Referenz nicht besonders stark. Die Versorgungslage dreht
wieder auf Besserung. Die Notierungen sollten vor diesem Hintergrund allenfalls
leicht zulegen.

Die PVC-Käufer werden wohl auf breiter Front an erneuten Steigerungen nicht
vorbeikommen. Die Ethylen-Referenz stieg zwar weniger stark als im April, aber
dennoch. Entscheidender könnte die Marktlage werden, die bei reger Nachfrage eng
tendiert. Erneute Margenerhöhungen würden nicht wundern.

Der Ausblick bei den Styrolkunststoffen wird von der im Rollover
abgeschlossenen SM-Referenz dominiert. Damit scheinen in manchen Bereichen, in
denen die Nachfrage nicht trägt, sogar leichte Nachlässe möglich. Über alles
gesehen aber werden die Notierungen aber eher fest tendieren.

Bei PET ist keine Änderung der Marktbalance in Sicht. So keine stärkeren
Impulse aus den Vorproduktstrecken kommen, werden den Anbietern kaum Anhebungen
gelingen. Wenn, dann könnte es am ehesten bei den großen Kontraktmengen
eventuell nochmals zu Steigerungen reichen.

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