16/09/2014

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste August 2014

Kostensenkungen überwiegend durchgereicht / Baunachfrage bleibt ungewöhnlich ruhig / Breitflächiger Abwärtstrend im September in Folge der weiter nachgebenden Kosten

Rund um die Kostensenkung von 15 EUR/t bei Ethylen im August mussten die
europäischen Anbieter von Polyethylen den Kunden nachgeben. Gegebenenfalls wurde
es je nach spezifischen Marktbedingungen etwas mehr oder etwas weniger. Einzig
die bimodalen Blasfolien-Qualitäten des PE-HD konnten den Rollover behaupten.
Insgesamt zeigte sich die Nachfrage für die Urlaubszeit recht ansprechend, was
gegen Ende des Monats ein weiteres Abrutschen trotz der allenthalben im Upstream
bröckelnden Notierungen verhinderte.


Trotz aller Gegenwehr mussten die PP-Anbieter die Kostensenkung von 20 EUR/t
für Propylen überwiegend durchreichen. Nur ein individuell enger Produzent
insistierte auf Rollover, bei letztlich aber marktseitig unbedeutenden Mengen.
Die Nachfrage zeigte sich in weiten Teilen wie zu erwarten durch die Urlaubszeit
gedämpft.


Auch im August blieb das Bild für die PVC-Produzenten mit leichten Abschlägen
eher trübe. Von der Kostenseite blieb jede Stützung für die ausgerufenen
Forderungen von bis zu +30 EUR/t aus. Wegen der vielen in diesem Jahr
vorgezogenen Bauprojekte zeigten sich zugleich die Abrufe des Baustoffs PVC
nunmehr gedämpfter. Auch bei den Compounds und E-PVC fehlte es an Impulsen, hier
allerdings oft der Urlaubszeit geschuldet.


Die Standardtypen der Styrolkunststoffe folgten im August der leichten
Schwächetendenz des Vorprodukts Styrol. Alle PS-Qualitäten litten unter der
gedämpften Urlaubsnachfrage. Den EPS-Dämmstoffqualitäten machten die vielen
vorgezogenen Projekte des Frühjahrs zu schaffen, die die Bauaktivitäten jetzt
Saison untypisch dämpften.


Bei anhaltend offener Kostenlage - die PX-Referenz steht sowie MEG selbst
Anfang September immer noch aus - gelang es den kleinen und mittleren
PET-Abnehmern, die Preise etwas zu drücken. Große Abnahmen lagen allenfalls im
schwachen Rollover. Das nass-kühle Wetter tat das seinige zum Dämpfen der
Nachfrage hinzu. Zugleich machten sich erste Mengen aus den neuen Anlagen in
Europa und Umgebung bemerkbar.


Im Ausblick weckt der Rückgang des Ethylens um 55 EUR/t verständliche
Begehrlichkeiten bei den PE-Abnehmern. Die Anbieter versuchen mit
Einschränkungen dagegen zu halten. Ein Run zu Monatsanfang könne dann schnell zu
Orderstopps führen, ist zu hören. Es wird aber wohl nur um die Höhe der
Nachlässe gehen können, die überwiegend durchaus substanziell ausfallen
dürften.


Durchgängig mit substanziellen Preisnachlässen kann bei PP gerechnet werden.
Die Propylen-Referenz notiert 50 EUR/t unter der des August, und nachfrageseitig
sind keine maßgeblich auffangenden Impulse zu sehen. Allerdings deutet sich eine
Verengungsstrategie der Erzeuger an. Je nach Geschwindigkeit des Abflusses
könnten auch hier frühe Orderstopps ausgerufen werden, in der Hoffnung auf eine
Festigung im Herbst.


Auch die Preise in der PVC-Strecke stehen weiterhin unter Druck. Wesentliche
auffangende Impulse aus der Nachfrage sind nicht in Sicht. Allenfalls eine
Angebotsverengung durch Wartungen oder Drosselungen kann den Abwärtsruck wohl
etwas mildern.


Ebenfalls auf "abwärts" stehen die Zeichen bei den Styrolkunststoffen. Die
Styrol-Referenz stufte um 50 EUR/t nach unten. Angesichts der weiter verhalten
wirkenden Nachfrage vor allen Dingen aus dem Bausektor dürfte die Kostensenkung
bei den meisten Qualitäten zum Richtmaß werden.


Starke Abschläge könnten bei den PET-Preise auftreten. Im Upstream herrscht
zwar weiter Unsicherheit, aber ohnehin werden die zunehmend in den Markt
drängenden Mengen aus neuen Anlagen die PET-Balance unvermeidlich weiter ins
Überangebot verschieben. Die Worst-Case-Szenarien der Erzeuger könnten sich im
dreistelligen Bereich abspielen.

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