08.09.2016

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste August 2016

Viele Abschläge in der ersten Monatshälfte / PE besonders betroffen / PS Stabil / Steigende Ölpreise stabilisieren Notierungen im Monatsverlauf / September steht eher im Aufwind

Die europäischen PE-Erzeuger wollten im August zumindest die Kostensenkung
von 20 EUR/t der Ethylen-Referenz mit einem flächendeckenden Rollover der
PE-Preise in ihre Margen hereinholen. Daraus wurde aber nichts. Die zügig
ausgesprochenen Orderstopps verfehlten ihre Wirkung weitgehend, es gab dann doch
ausreichend Material. Unter Importdruck stehende Qualitäten verfielen besonders
stark, andere orientierten sich eher an der Referenz. Gegen Ende des Monats
stabilisierte sich die Lage dann zusehends, vor dem Hintergrund gestiegener Öl-
und Naphtha-Preise, der auslaufenden Importsaison sowie allgemein erwartet
steigenden Ethylenkosten.


Zu Monatsbeginn kam es derweil zu leichten Abschlägen bei den Standard-PP. Im
Verlauf der folgenden Wochen aber stabilisierten sich die Notierungen, häufig
stand dann der Rollover unter dem Strich. Dennoch sind über den gesamten Monat
letztlich noch marginale Rückgänge zu verzeichnen.


Den Produzenten von PVC Basis gelang im zentralen Ferienmonat kein Landgewinn
auf dem Margenterrain. Letztlich mussten sie den üblichen Anteil von 50 Prozent
der Ethylen-Referenz an die Kunden weitergeben. Auch die weiteren PVC-Typen
hielten sich an die üblichen Messlatten. Titandioxid blieb deutlich ruhiger als
von vielen befürchtet.


Nach dem Rollover der SM-Referenz blieben auch die Notierungen für PS und EPS
stabil, weil es an anderen Impulsen mangelte. Der Bedarf wurde von der
Urlaubszeit geprägt, auch wenn einige Akteure das niedrige Preisniveau zum
Aufbau von Lagerbeständen nutzten.


Die PET-Notierungen erodierten zunächst weiter, mit steigenden Preise in den
Ölstrecken und wärmeren Wetter aber stabilisierten sie sich im letzten Drittel
des Monats. Unter dem Monatsstrich standen aber dennoch Abschläge zu Buche.


Überraschend wurde die C2-Referenz für September im Rollover abgeschlossen.
So wirken die oftmals bereits ausgesprochenen Forderungen der Erzeuger
angesichts der Nullrunde bei den Kosten sehr ambitioniert. Es wurde auch schon
auf 20 bis 40 EUR/t Plus zurück gerudert. Dennoch scheint es in vielen Fällen
fraglich, ob überhaupt der Rollover erreicht wird.


Die C3-Referenz ist derweil um 20 EUR/t nach oben gegangen. Die Standard-PP
werden diesen Weg wohl zumindest nachgehen, eventuell kann es hier und da auch
zu noch etwas höheren Aufschlägen kommen.


Für den September sind bei PVC Basis kaum substanzielle Impulse erkennbar.
Die C2-Referenz steht im Rollover, die Marktlage wirkt trotz allen Bangemachens
aus dem Ethylen-Lager weitgehend balanciert.


Auch bei PS wird mit keinen großen Preisveränderungen gerechnet, zumal die
SM-Spotnotierungen bis Redaktionsschluss keine markanten Sprünge verzeichnet
hatten.


Bei PET ist die Entwicklung sehr unsicher. Viele Rahmenfaktoren würden auf
Erosion deuten. Die Ölpreislage aber wirkt unsicher, die Vorsicht drängt auf
Stabilität, zumal der Bedarf bei schönem Wetter im europaweiten Nachurlaubsmonat
ansteigen sollte.

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