13/01/2011

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste Dezember 2010

Auch der letzte Monat wieder im Plus / Kosten bei Polyolefinen und PS eingepreist / Schneedecke dämpft PVC und EPS / Hohe Abrufe / Januar startet mit Forderungsfeuerwerk

Die Realität durch die Bank steigender Preise holte die westeuropäischen Einkäufer von Standard-Thermoplasten im Dezember 2010 ein. Die Mischung der Ausschläge beim Rohöl und des im Vergleich zum US-Dollar schwachen Euros erzeugte bei den Vorprodukten Auftrieb. Die Produzenten nutzten zum einen die ungewöhnlich robuste Nachfrage und zum anderen die um sich greifende Furcht vor einem weiteren Preisauftrieb im Januar. Letztlich resultierten daraus bei den polyolefinen Werkstoffen Steigerungen bis zu 35 EUR/t, PS wurde im Schnitt um 30 EUR/t nach oben gezogen. Nur bei den Bauwerkstoffen EPS und PVC belastete der europäische Winter die Niveaus. Große PET-Abnehmer kamen selten unter dreistelligen Aufschlägen weg, höher Einkaufende hatten zumindest die Steigerung des Kostenmix um 75 EUR/t zu fakturieren. Hintergrund ist die Polyester-Hausse in Asien, die die Notierungen der Strecke nach oben treibt.


Der Bedarf konnte nicht in jedem Fall abgedeckt werden. Beim unterversorgten PE-LD reichten die Mengen nicht einmal aus, die noch offenen Restmengen aus den Jahresverträgen zu bedienen. PE-LLD (C4) dagegen konnte trotz fehlender Importe meist geliefert werden, höherwertiges Material (C6/C8) unterlag spürbaren Lieferverzögerungen. PE-HD blieb weiter knapp. PP wurde nach gutem Beginn zunehmend enger. Die PVC-Hersteller konnten den schwächeren Bedarf trotz Wintermodus problemlos abgedecken. PS konnte meist verzugsfrei geliefert werden, EPS wechselte in den Winterschlaf. Der europäische PET-Ausstoß langte gerade einmal hin, um den Bedarf noch zu decken.


Vom üblicherweise "kurzen" Jahresendmonat war nicht viel zu spüren. Bei etlichen Verarbeitern wurden nur die Schichten an den hohen Feiertagen gestrichen. Die normale Produktionswoche zwischen Weihnachten und Neujahr wurde genutzt, um die vorhandenen Aufträge abzuarbeiten.


Für den ersten Monat des neuen Jahres stehen die Zeichen auf Sturm! Auf die Turbulenzen im petrochemischen Upstreamsektor reagierten die Vorprodukte mit einem Auftrieb von zehn Prozent und mehr. Die Forderungen der Polyolefin-Produzenten schnellten bis zu +135 EUR/t empor, erste Ausrufe bei PVC reichen bis +100 EUR/t. Bei PS preschte ein Produzent mit der Forderung von +130 EUR/t vor. Auch bei EPS sollen die Kosten ungeschmälert weitergereicht werden. Zumeist bleiben die Ausstoßraten bei den Polyolefin-Anlagen unverändert. Auch bei PS und PET sind keine Abstriche geplant. Die PVC- und EPS-Produktionen sollen saisongerecht betrieben werden. Zum Jahresbeginn steht bei vielen Verarbeitern das Auffüllen der nach der Inventur leeren Silos an. Der Pegel zwischen Angebot und Nachfrage scheint so recht gut ausbalanciert. Das schränkt die Aussicht auf Kompromisse in den Preisgesprächen deutlich ein. Die Einpreisung zumindest von substanziellen Kostenteilen scheint nahezu unabwendbar, vor allem bei PET kann es auch zu überkompensierenden Margenverbesserungen kommen.

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