09.01.2014

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste Dezember 2013

Kostensteigerungen bei Polyolefinen in Produktpreise umgesetzt / PVC und PS mit Schwierigkeiten bei der Weitergabe / PET stabilisiert / Januar 2014 unter Auftriebszeichen

Nachdem die Kontraktnotierung für Ethylen im Dezember den Abschlag aus dem
Vormonat wieder ausgebügelt hat, schlugen die Produzenten die Steigerung von 30
EUR/t umgehend auf die PE-Preise auf. Margenverbessernde Forderungen wurden nur
von zwei entschlossenen Hochpreisanbietern umgesetzt. Bei den meisten Waren
boten Import oder Spothandel Auswege an.


Bei PP erreichten die Produzenten im Minimum die Weitergabe der
Kostensteigerung des Propylens. Darüber hinaus gehende Forderungen konnten nur
bei vorherigen Tieflagen umgesetzt werden. Allerdings wurde etwa ab der
Monatsmitte bei zusätzlichen Mengen generell ein kleinerer Sonderaufschlag
erhoben. Das Angebot wurde im Monatsverlauf immer geringer, selbst bei wie
üblich im Dezember abflauenden Bedarf kam es zu Lieferverzögerungen und
bestenfalls Allokationen von Zusatzmengen. Spekulationsgetriebene Vorkäufe
hatten wenig Aussicht auf Erfolg.


Bei ausgeglichener Marktlage in einem wie üblich mengenschwachen Dezember
gelang den europäischen Anbietern die Weitergabe der moderat gestiegenen Kosten
für S-PVC Basismaterial meist nur eingeschränkt. Unplastifizierte Dry Blends und
Compounds legten jeweils um den Matrixanteil des S-PVC zu, weil die Notierungen
für die Zuschlagsstoffe stabil blieben. Die weichen PVC (P) Compounds blieben
stabil. Bei E-PVC Pasten wurde die komplette Kostensteigerung durchgereicht.


Den Forderungen einiger PS-Erzeuger, die Preise über die leichte
Kostensteigerung hinaus anzuheben, war kein Erfolg beschieden. Es gelang ihnen
bestenfalls die Kostenweitergabe. Auch bei EPS blieben die Preise mehrheitlich
unter der angestrebten Weitergabe des SM-Kostenanstiegs von 10 EUR/t. Dem kurzen
Produktionsmonat Dezember entsprechend war auch die Nachfrage meist geringer als
im Vormonat. Lediglich bei EPS-Verpackungsmaterialien und PS war die Nachfrage
vergleichsweise rege.


Die Preise für PET in Europa haben sich stabilisiert. Bei den von KI
reflektierten kleinen bis mittleren Mengenabnahmen gelangen den Anbietern sogar
leichte Aufschläge. Die Kostensituation bei PX und MEG stagnierte im Dezember.
Hintergrund der Anhebungen war vor allem das Abebben günstiger Importströme, was
den Drosselungen der europäischen Anlagen etwas mehr Wirkung verschaffte.


Ethylen wurde mit Beginn des neuen Jahres abermals um 15 EUR/t teurer.
Derweil haben zahlreiche PE-Kontraktkunden haben bereits Normalmengen geordert.
Bei besserer Nachfrage könnten die Hersteller noch eine weitere Initiative zur
Aufstockung der Margen starten. Der Erfolg bleibt abzuwarten.


Die Propylen-Kontraktnotierung wurde für Januar um 20 EUR/t angehoben. Die
Marktlage scheint bei meist tief stehenden Lagern eng, was Aufschläge auch
oberhalb dieser Kostensteigerung möglich machen könnte.


Die PVC-Strecke steht zu Beginn des neuen Jahres allgemein unter zumindest
moderaten Auftriebszeichen. Es stehen Auffüllungen an, die zwar abgedeckt, aber
nicht überreichlich bedient werden können. Die leichte Kostensteigerung des
Ethylens wird relativ sicher eingepreist, vielleicht reicht es den Anbietern
hier und da sogar zur Verbesserung der nicht allzu üppigen Margen.


Wer unter den PS-Verarbeitern nicht auf geringe Lagerbestände zur
Jahresendrevision achten musste, füllte die Silos. Denn die meisten Marktakteure
gehen davon aus, dass der um 37 EUR/t gestiegene Benzolpreis auch die
SM-Notierung nach oben zieht. Preissteigerungen bei den Styrolkunststoffen wären
dann sehr wahrscheinlich.


Bei PET wirkt die Sicht auf den Januar wirkt stabil. Die Lage im Upstream hat
sich beruhigt, und noch sind keine wesentlichen Änderungen der Marktlage zu
erwarten. Im Laufe bereits der ersten Monate des neuen Jahres könnte sich dies
aber wieder zügig in eine Überangebotssituation wandeln. Es stehen bis zur
Jahresmitte etliche Neuinbetriebnahmen von PET-Produktionen an.

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