12.01.2015

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste Dezember 2014

Notierungen rutschen breitflächig ab / Nur PE-Markt tendiert eng und bleibt relativ fest / Sonst überwiegend Annäherung an Kostensenkung / Januar bringt weitere Abschläge

Bei allem Kampf blieb der Dezember 2014 für viele europäische Abnehmer von
Polyethylen enttäuschend. Am Ende mussten die meisten hinnehmen, dass die
Produzenten Etliches der Ethylen-Kostensenkung von 50 EUR/t als
Margenverbesserung verbuchten. Vorneweg gingen dabei die C4-Qualitäten von
PE-LLD, wo gegen Monatsmitte sogar Aufpreise auftauchen konnten. PE-LD und vor
allem die Spritzgießtypen des PE-HD standen etwas stärker unter Druck.


Große Teile der Kostensenkung mussten dagegen die PP-Produzenten an die
Abnehmer weitergeben. Dennoch gelang es ihnen wie schon im Vormonat, leichte
Einbehalte vorzunehmen. So wurden es meist nicht ganz die vom Propylen-Kontrakt
vorgegebenen -60 EUR/t. Das Angebot wurde weiterhin angereichert durch Handel
und Distribution, die ihre Lagertore geöffnet hielten.


Zum wiederholten Male mussten die PVC-Produzenten eine Schlappe hinnehmen bei
dem Versuch, die Margen auf auskömmlichere Höhen als bisher zu heben. Bei gut
versorgten Märkten mussten sie die übliche anteilige Ethylen-Kostensenkung an
ihre Abnehmer weiterzugeben. Die Compoundproduzenten mussten etwas mehr
Abschläge einpreisen, da auch Stabilisatoren, Modifizierer und Weichmacher aus
den Olefinstrecken preislich nachließen. Die hoch stehenden Pasten-PVC gaben die
Kostensenkung ohne viel Federlesen weiter.


Nach dem Einbruch der SM-Kontraktnotierung sausten auch die Preise für PS und
EPS nach unten. Die Notierungen gaben dreistellig nach. Bei sämtlichen
Styrolkunststoffen behielten die Erzeuger aber eine Margenkomponente ein. Die
Verarbeiter orderten unterdes nur das Nötigste.


Die Preise für PET rutschten ebenfalls weiter ab. Der Einbruch beim
Vorprodukt PX im November zerrte an den Notierungen. Die Anbieter konnten aber
die Margen zumindest nominal etwas steigern, da die Kostensenkungen nicht ganz
weitergegeben wurden.


Im Januar wird es voraussichtlich wegen des starken Abrutschens des Upstreams
auf breiter Front zu weiteren deutlichen Absenkungen kommen. Die Größenordnung
der Abschläge wird durch das sich einpendelnde Verhältnis von Angebot und
Nachfrage bestimmt werden: Wann ist der Anreiz der Preissenkungen so groß, dass
der Nachfragemotor nachhaltig angekurbelt wird? Denn irgendwann werden die
Abnehmer und auch die Endmärkte die Bodenbildung vermuten und mit dem Auffüllen
der oftmals recht knapp gehaltenen Lager beginnen. Das Verhältnis zwischen
Angebot und Nachfrage wird dabei die Höhe der Abschläge bestimmen.
Möglicherweise könnte auch noch im Monatsverlauf durch mögliche
Run-Erscheinungen eine Trendwende eintreten.


PE tendiert dabei weiterhin eher knapp. Bei PP wurden viele Handelspositionen
im November und Dezember aufgelöst, die Balance bleibt damit offen. Die
PVC-Produzenten gehen kampfeswillig ins neue Jahr. Diesmal werde es keine zu
großen Konzessionen mehr geben, war zu hören, man benötige einfach zu dringend
mehr Marge. Bei Styrol werden nochmals deutliche Rückgänge erwartet, was den
Trend auch für die Polymere vorzeichnet. Der PET-Markt tendiert unterdessen
wieder klar zur Überversorgung. Mengen aus neuen Anlagen und Importe zeigen
spürbare Präsenz. Die Anbieterlager sind wegen mangelnden Abflusses
angeschwollen. Die PET-Notierung wirkt damit sehr angreifbar.

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