15.01.2016

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste Dezember 2015

Aufschläge bei Polyolefinen und Styrolkunststoffen / Momentum im Monatsverlauf nachlassend / PVC und PET in schwachen Rollovern / Im Januar dominieren Abwärts-Impulse


Die europäischen PE-Großabnehmer zogen die Verhandlungen über die Preise im
Dezember 2015 bis in die letzte Woche hinein. Um jeden Euro wurde gekämpft, auch
weil mit Bonusmengen mehr auf die Waage kam als dem kurzen Arbeitsmonat
angemessen gewesen wäre. Aber auch die Anbieter zeigten sich entschlossen,
Margenterrain zurück zu gewinnen. Letztlich blieben die Aufschläge meist mit
zwischen 40 und 50 EUR/t dann zwar unter den Anhebungen des Monatsbeginns
zurück, lagen aber doch über der nominalen Kostenzunahme der
Ethylen-Referenz.

Nach anfänglichen satten Aufschlägen ließ das Anhebungsmomentum in den
PP-Märkten spürbar nach. Am Ende lagen die Erhöhungen zwischen 10 und 40 EUR/t,
was angesichts der stabilen Propylenreferenz einen Margenzugewinn für die
Anbieter bedeutet. Die geringe Verfügbarkeit traf anfangs auf eine rege
Nachfrage, die jedoch ab der Monatsmitte deutlich nachließ.

Die PVC-Produzenten kämpften hartnäckig um ihre Margen. Die Versuche, die um
rund 10 EUR/t gestiegenen Ethylenkosten einzupreisen, stießen jedoch auf sture
Gegenwehr. Am Ende dominierte der Rollover das Bild. Die Nachfrage zeigte sich
für einen Dezember erfreulich rege, sicher auch ein Resultat des bislang
außergewöhnlich milden Winters.

Der Anstieg der SM-Referenz um 35 EUR/t beendete auch bei EPS den
Abwärtstrend der vergangenen Monate, nachdem der PS-Preis bereits im November
wieder angezogen hatte. Bei diesem übertrafen die Aufschläge diesmal sogar oft
die Kostenveränderung, während bei EPS viele Abschlüsse auch darunter lagen.
Allgemein war die Nachfrage für einen Dezember ausgesprochen rege, bis sich die
Branche kurz vor Weihnachten auf den Winterschlaf einrichtete.

An den Preisen für PET tat sich erneut relativ wenig. Die Produzenten mussten
die marginalen Zugewinne des Vormonats bei stabiler Kostenlage in einem
schwachen Rollover gleich wieder abgeben. Hintergrund dazu waren vor allem die
wieder günstiger werdenden Importangebote aus Asien.

Die Schwäche der Öl- und Naphtha-Notierungen hat zu einem Zurücksetzen der
C2-Referenz für den Januar 2016 geführt. Die PE-Käufer werden wohl im Minimum
diesen Rückgang einfordern, die Anbieter dagegen zunächst den Rollover anbieten.
Zumindest moderate Abschläge scheinen aber erreichbar.

Eine zügige Auflösung der PP-Produktionseinschränkungen ist nicht in Sicht.
Daher wird hier die Höhe der Abschläge angesichts einer um 50 EUR/t
zurückgesetzten Propylen-Referenz wesentlich von der Nachfrageentwicklung
abhängen.

Beim PVC möchten die Produzenten zumindest Teile der Kostensenkung
einbehalten. Trotz der als rege prognostizierten Nachfrage wird es über das
komplette PVC-Portfolio hinweg aber wohl zu leichten Abschlägen kommen.

Bei der Styrol-Referenz stand auch zum Redaktionsschluss Anfang Januar noch
ein großes Fragezeichen. Die Produzenten spekulieren auf einen Rollover. Die
Spotnotierungen aber sind gesunken, ebenso ließ Benzol leicht nach. Es ist daher
eher mit einem Absinken zu rechnen, das Momentum scheint abwärts gerichtet.




Bei PET können Impulse wohl nur durch eine substanzielle Kostenbewegung
aufkommen. Auch hier ist die Entwicklung aber unklar. Wenn die Kaufzurückhaltung
und die lebhaften Importe anhalten, ist ein weiteres Nachgeben vorprogrammiert.

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