12.03.2013

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste Februar 2013

Notierungen bleiben überwiegend ruhig / PE meist im Rollover / PP und PVC marginal nach oben / PS und EPS mit leichten Nachlässen / Zurückhaltende Nachfrage / Auftrieb im März




Wie im Januar schon litt der europäische Markt für Standard-Thermoplaste auch im Februar 2013 unter fundamentaler Nachfrageschwäche. Unter diesen Vorzeichen gelangen den Anbietern nur gelegentliche Anhebungen, am ehesten noch bei PVC und PP. Die meisten Polyethylen-Typen blieben trotz der Eingangsforderungen von bis zu +70 EUR/t im Morast des Nachfragesumpfs stecken und traten wie das Vorprodukt Ethylen im Februar überwiegend auf der Stelle. EVA war sogar klar im Überangebot, was zu Preisrückgängen führte. Die gab es auch im Bereich der Styrol-Kunststoffe. Allerdings lagen die Abschläge für PS und EPS in der Regel unter dem Nachlass des Styrolmonomers, sodass die Produzenten letztlich sogar etwas Marge dazu gewannen.


Das Angebot war bei nahezu allen Polymertypen tendenziell mehr als ausreichend, obwohl weiterhin flächendeckende Drosselungen in Kraft waren. Der anhaltend schwache Abfluss in europäische Stammmärkte konnte nicht über die Importventile kompensiert werden, denn auch international und global prägte Zurückhaltung das Bild.


Nachfrageseitig zeigten sich in Europa angesichts des vorherrschenden Winters die witterungsbedingten Saisonmärkte wie Bau und Gartenbau besonders gedämpft. Dazu blieben die südeuropäischen Länder weiter depressiv. Als "Sahnehäubchen" berichten vor allem etliche PE-Verarbeiter über zunehmende Importe preisgünstiger Fertigwaren aus dem Nahen Osten. Das führte bereits zu Reduzierungen des Auftragsbestandes mit entsprechend starker Kaufzurückhaltung. Selbst die Ausdehnung von Osterurlauben ist schon im Gespräch.


Dabei haben Anhebungen in den Ölstrecken im Verlauf des Februar dazu geführt, dass die März-Kontraktnotierungen sowohl für Ethylen (+50 EUR/t) als auch für Propylen (+55 EUR/t) wieder einmal spürbar angestiegen sind. Auch SM reagierte kurz vor Redaktionsschluss in einem ersten Abschluss mit +27 EUR/t auf die Anstiege von Benzol (+14 EUR/t) und Ethylen. Überraschenderweise liegen die ersten, noch informell zu hörenden Forderungen bei den Polyolefinen meist auf Höhe der Kostenanstiege. Sicher werden hier aber noch einige wagemutigere Vorstellungen vernehmbar werden. Insbesondere bei allen Bau nahen Anwendungen gilt dies auch für PVC, PS und vor allem EPS.


Durch die beginnende Wartungssaison werden sich die Vorproduktstrecken vermutlich noch einmal verengen, was trotz aller Vorsorge zu weiteren Drosselungen bei Polymerisationen führen dürfte. Nachfrageseitig ist andererseits trotz aller Zurückhaltung mit Belebungen zu rechnen. Zum einen melden sich Bau und Gartenbau sicher deutlicher zu Wort als zuvor, zum anderen sind viele Verarbeiter-Lager relativ leer gefahren. Je mehr es hier planungsmäßig in Richtung der nachösterlichen Geschäfte im April geht, desto dringender werden die Auffüllungen werden. Wenn es schlecht läuft, wird ab der Monatsmitte möglicherweise ein Nachfrageschub auf tief liegende Anbieterlager und gedrosselt laufende Polymeranlagen treffen. Dann würde sicher auch die noch zu spürende Zurückhaltung der Produzenten hinsichtlich erzielbarer Preiserhöhungen schnell abgelegt und mehr als die Kostenweitergabe eingefordert werden. Das immer einmal wieder auftauchende Motiv des "zweigeteilten Monats" ist ein denkbares Szenario.

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