16/03/2016

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste Februar 2016

Notierungen gehen überwiegend mit den Kostenvorgaben nach unten / Zeichen der Bodenbildung stärken den Abfluss / SM-Referenz für März schnellt hoch / Sonst Stabilität in Sicht

Wie schon im Vormonat legte die Abwärtsdrift der europäischen PE-Preise im
Verlauf des Februar 2016 zu. Am Ende standen meist leicht höhere Abschläge als
die Ethylenreferenz (-70 EUR/t) kostenseitig vorgab. Dennoch bleiben die
Nominalmargen weiterhin rund doppelt so hoch wie vor der großen Umwälzung im
Frühjahr 2015. Aus Sicht der Anbieter hielten sich die Spritzgieß-Qualitäten des
PE-HD am besten, während die Folienqualitäten sogar dreistellige Nachlässe
erreichen konnten. Auch die Rohrtypen sanken tendenziell etwas stärker. Hier
zahlte sich die im letzten Jahr von den Erzeugern inszenierte Loslösung der
Preise von der C2-Notierung nun für die Abnehmer aus.


Schon zum Monatsbeginn wurde klar, dass die Wünsche der PP-Erzeuger nach
Margenerhöhungen angesichts der tendenziell liquiden Marktlage kaum erfüllt
werden können. Und so landeten die Abschläge zum Ende mindestens bei der
Kostensenkung der Propylen-Referenz, teils sogar noch leicht darüber.
Materialien gab es reichlich im Angebot, zum Teil als off-spec Qualitäten und
Sonderposten, zum Teil aus Importen. Der Abfluss war umgekehrt aber ebenso gut,
da viele Abnehmer die Bodenbildung vermuteten und sich die Posten zum Preis am
Talgrund sichern wollten.


Die Preise für PVC haben ausnahmslos nachgegeben. Der hälftige Einfluss der
Ethylen-Referenz wurde beim Basis-PVC mehrheitlich mit Abschlägen von 35 EUR/t
eingepreist. PVC-Compounds standen durch den weiteren Preisverfall bei den
Zuschlagstoffen Titandioxid und Schlagzähmodifizierer ebenfalls unter Druck.
Lediglich bei Pasten bremste die rege Nachfrage aus dem Baubereich das Absinken
der Notierungen etwas.


Der Rückgang des SM-Referenzkontrakts um 50 EUR/t hat die Notierungen
sämtlicher Styrolkunststoffe im Februar nach unten gezogen. Versuche der
Erzeuger, einen Teil der rückläufigen Kostenbasis einzubehalten, gelangen nicht
immer - und wenn, dann oft im geringeren Umfang als geplant.


Nachdem die PET-Großabnahmen bereits im Januar starke Nachlässe bekommen
hatten, wurden ab KW 4 auch viele Notierungen für kleinere Mengen nachgezogen.
Am Ende der sehr heterogenen Bewegungen seit Jahresbeginn stehen über zwei
Monate Abschläge von rund 80 EUR/t zu Buche, angestoßen vor allem durch starke
Spotmarkt-Impulse. Die PET-Preise stehen damit so tief wie seit dem Krisenjahr
2009 nicht mehr.


Bei den Polyolefinen stehen die Zeichen für den März auf Stabilität.
Übermengen sind weitgehend verkauft, die Ölstrecken festigen sich, Propylen
liegt auf niedrigem Niveau im Rollover. Dem stehen die leicht gesunkene
Ethylenreferenz und die durch die Osterfeiertage vor allem gegen Monatsende
gedämpfte Nachfrage gegenüber. Die unterschiedlichen Faktoren könnten sich in
etwa die Waage halten.


Beim Basis-PVC kann ebenfalls ein Rollover als das wahrscheinlichste Szenario
gelten. Auf die Belebung der Nachfrage aus dem Bau trifft eine spürbare
Einschränkung, die von Wartungsabstellungen mehrerer Anlagen verursacht wird.
Hinzu kommen wegen der in Nordamerika steigenden Preise deutlich weniger
Importe, zudem gibt es erste Anzeichen für den Export europäischer Ware. Auch
bei den Compounds fehlen Impulse für eine weitere Abwärtsbewegung.


Dagegen müssen sich die PS- und EPS-Verarbeiter auf höhere Preise einstellen.
Der deutliche Anstieg der SM-Kontraktreferenz um 100 EUR/t wird nicht ohne
Folgen bleiben, zumal das einsetzende Frühjahr in vielen Bereichen auch die
Nachfrage belebt.


Auch die PET-Anbieter hoffen auf zumindest moderate Anhebungsmöglichkeiten,
wozu allerdings Skepsis angebracht scheint.

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