13.02.2012

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste Januar 2012

Kostenaufschwung treibt Notierungen nach oben / Produzenten erzielen Margenplus im Windfall / Angebot angepasst / Menetekel heizen Markt an / Kaufzurückhaltung im Februar?

Die europäischen Einkäufer von Standard-Thermoplasten haben die von den Anbietern angekündigten Preisanhebungen im Januar 2012 vor allem bei den Polyolefinen nur etwa bis zur Monatsmitte auf die reine Kostenweitergabe beschränken können. Danach mussten sie den in vielfältiger Weise aufgebauten Drohkulissen der Produzenten zunehmend Tribut zollen. Zum Monatsende landeten dann leichte Margenzuwächse von 10 bis 20 EUR/t bei PE und PP in deren Büchern. Bei PVC und den Styrolkunststoffen aber blieben die Anhebungen jeweils unter den Kostenzuwächsen. Derweil folgte PET der Kostenentwicklung in der Polyesterstrecke.


In den ersten beiden Wochen stellte sich heraus, dass die von den Anbietern angestrebte Trendwende bei der Margenentwicklung trotz der nun wirksamen Angebotsanpassung wohl nicht so ohne weiteres gelingen könnte. Rund um die Monatsmitte tauchten dann die ersten Menetekel über stark steigende Vorproduktkosten im Februar auf. Eine Steigerung von 100 EUR/t für Ethylen wurde deutlich vernehmbar durch den Markt geraunt. Der Naphtha-Aufschwung von etwas über 40 EUR/t von Ende Dezember bis Ende Januar war bereits im Januarkontrakt für C2 eingepreist. Dennoch wurden tatsächlich bereits in der KW 4 die C2-Februarkontrakte um 99 EUR/t und für C3 um 90 EUR/t höher als im Januar fixiert.


Stante pede hieß es bei den Polyolefinen allenthalben, die Orderbücher seien für den Januar geschlossen. Etwaige Auswege waren damit versperrt. Man könne auch exportieren, hieß es oft bei Unwilligkeitsbekundungen seitens der Verarbeiter. Unter diesem Druck mussten auch die großen retroaktiven PE-Abschlüsse am Ultimo Steigerungen von bis zu 70 EUR/t in der Spitze zustimmen.


Die Nachfrage zog durch die aufgeheizte Stimmung ab der Monatsmitte etwas an. Wer konnte, füllte sich die Lagerbäuche auf, um den drohenden weiteren Steigerungen besser trotzen zu können. Der zugrunde liegende Abfluss in die Endmärkte zeigte sich dabei zwar robust, ließ aber auch keine überschäumende Freude aufkommen. Der PS-Bedarf litt unter dem Kostenauftrieb im dreistelligen Bereich, der die Verarbeiter zur Zurückhaltung nötigte. Flau blieb die Lage ohnehin weiter in allen Bau nahen Bereichen, was PVC und EPS drückte. PET war in üblichem Januarumfang gefragt.


Ethylen und Propylen sind für den Februar fast dreistellig teurer, die Styrolreferenz lag bei Redaktionschluss noch nicht fest. Mit dem Benzol-Abschluss um 117 EUR/t aber verdichtet sich die Prognose von rund 100 EUR/t Aufschlag auch für SM. Ähnliche Größenordnungen werden für Paraxylol (PX) erwartet. Insgesamt also herrscht ein deutlicher Kostenschub aus der Petrochemie, der bereits vielfältigste Forderungsblüten meist bis zu +150 EUR/t getrieben hat. Bei angepasstem Angebot wird die Umsetzung wohl an der Nachfrage hängen. Dabei ist wegen des rein von den Kosten getriebenen Notierungshochs von breiter Kaufzurückhaltung auszugehen. Nahezu allen Verarbeiter bekunden, nur das Nötigste kaufen zu wollen. Einstweilen kann bei den Polyolefinen, PS und PET wohl von einer Kostenweitergabe ausgegangen werden, was sich aber je nach Entwicklung gegen Ende Februar zunehmend nach oben oder unten ausdifferenzieren kann. Einen Sondereinfluss könnten die beginnenden Vorbereitungen der Bausaison für PVC und EPS ausüben, wo Margenverbesserungen allerdings tatsächlich auch bitter nötig erscheinen.

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