10.02.2014

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste Januar 2014

Polyolefine mit leichten Margenzugewinnen / Aufwärtsmomentum im Monatsverlauf eingebremst / Kostenweitergabe bei PVC und PS / PET stagniert / Februar leicht abschüssig

Nach recht flottem Start ließ das Anhebungsmomentum der europäischen
PE-Erzeuger im Verlauf des Januars 2014 zusehends nach. Vor dem Hintergrund des
um 15 EUR/t angestiegenen Ethylenpreises hatten die Anbieter zwischen 60 und 90
EUR/t Aufschlag gefordert. Zu Beginn gelangen Anhebungen von 40 bis 50 EUR/t. Ab
Mitte des Monats setzten sinkende Öl- und Naphthapreise die Ethylenstrecke unter
Druck. Die Cracker wurden wegen der fallenden Naphthakosten etwas höher gedreht,
was auch die Polymerisationen befeuerte. Am Ende mussten sich die PE-Produzenten
dann mit meist nur sehr moderaten Margenzugewinnen bescheiden.


Nachdem Propylen um 20 EUR/t teurer geworden war, forderten die europäischen
PP-Anbieter bis zu 60 EUR/t mehr. Auch hier wichen die anfänglichen Anhebungen
um 40 EUR/t im Monatsverlauf zunehmend Abschlüssen in Richtung der reinen
Kostenweitergabe. Am Ende blieben nur leichte Margenverbesserungen in den
Erzeugernetzen hängen.


Eine recht ansehnliche Nachfrage hat den europäischen Produzenten von S-PVC
Basis derweil die knappe Weitergabe der anteiligen Ethylenkostensteigerung
ermöglicht. Die relativ milde Witterung sorgte für einen vergleichsweise guten
Abfluss, andernfalls wäre es wohl schlimmer gekommen für die Erzeuger. Bei den
harten PVC-Mischungen sorgten fallende Preise für Titandioxid für den Rollover.
Die PVC-P Compounds gaben dagegen die anteiligen Kosten weiter, ebenso wie bei
E-PVC Pasten die Ethylenkosten weitgehend hereingeholt wurden.


Der Anstieg des SM-Kontraktpreises hat auch die Preise für Styrolkunststoffe
nach oben gezogen. Allerdings hatten die Produzenten keinen Erfolg bei der von
ihnen erhofften Margenverbesserung. Selbst die Weitergabe der gestiegenen Kosten
gelang breitflächig nur den PS-Erzeugern. Die EPS-Produzenten mussten sogar
Margenverluste hinnehmen.


War im europäischen PET-Markt am Anfang hier und da noch von leichten
Preisanhebungen die Rede, flachte die Entwicklung im Monatsverlauf deutlich zu
einem Rollover ab. Insgesamt war bei weiterhin eher müder Nachfrage trotz
anhaltender Produktionsdrosselungen mehr als genügend Material verfügbar, unter
anderem auch über den Import.


Nachdem die Ethylen-Kontraktreferenz im Februar um 40 EUR/t gefallen ist,
stehen auch die PE-Preise naturgemäß unter Druck. Die Anbieter haben überwiegend
an der Rollover-Linie Stellung bezogen. Ob diese Position zu halten sein wird,
ist allerdings fraglich. Die deutlich liquider als zuvor tendierende Marktlage
wird mindestens bei anhaltend schwächelnden Upstream-Notierungen ihren Tribut
fordern.


Die Propylen-Kontraktnotierung wurde seitwärts fortgeschrieben, unter anderem
wegen des C3-Preishochs in Nordamerika. Daher werden die Notierungen im gesamten
PP-Portfolio wohl zunächst stabil bleiben. Das Momentum in Richtung März scheint
aus derzeitiger Sicht aber eher nach unten gerichtet.


Wegen der gesunkenen Ethylenpreise steht das gesamte PVC-Portfolio im Februar
grundsätzlich unter Preisdruck. Da die Erzeuger aber auch von Seiten der
Natronlauge bedrängt werden, wird es wohl zu einem zähen Ringen kommen. Ob die
anteilige Kostensenkung von 20 EUR/t erreichbar sein wird, steht noch dahin.


Die Preise für Styrolkunststoffe dürften nach oben tendieren, wenn auch nur
leicht. Orientierung bietet der Anstieg der SM-Kontraktreferenz um 17 EUR/t,
weil anderweitige Impulse fehlen.


Die PET-Preise bleiben wegen der strukturellen Überkapazitäten anhaltend
unter Druck. Die Kosten tendieren eher abwärts, was bereits im Februar
gegebenenfalls zu entsprechenden Abschlägen führen wird.

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