12.02.2015

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste Januar 2015

Gefallene Kosten diktieren die Nachlässe weitgehend / Hier und da Verbesserung der Nominalmargen / Februar zeigt weiter abwärts / Trendwende im Monatsverlauf aber denkbar

Nachdem die PE-Anbieter mit starken Einbehalten der Kostensenkungen ins neue
Jahr gestartet waren, ließ sich diese Position im Monatsverlauf nicht mehr
halten. Unnachgiebig drückten die Käufer die Preise, möglichst bis der Abschlag
des Ethylens von 130 EUR/t erreicht wurde. Das gelang aber dann doch nicht in
allen Fällen, so dass die Erzeuger abermals den einen oder anderen Euro als
Margenerhöhung verbuchen konnten. Seit Oktober haben sie mit der Häppchentaktik
die stark fallenden Kosten zur Margenverbesserung von 15 bis zu 105 EUR/t nutzen
können.

Fast vollständig einpreisen mussten auch die europäischen Anbieter von
Standard-PP die Kostensenkung des Propylens. Nur hier und da gelang an den
Rändern einmal ein leichter Einbehalt. Durch die Zurückhaltung der Käufer, die
noch weiter fallende Notierungen erwarten, tendierte die Marktlage liquide.

Die PVC-Anbieter waren ebenfalls erneut gezwungen, die Kostensenkung des
Ethylens dem üblichen Anteil entsprechend weiterzugeben. Es häuften sich
Berichte über immer praller gefüllte Lager bei den Anbietern, da nicht nur
Nebensaison herrscht, sondern sich auch viele Käufer seit Wochen in
Zurückhaltung üben.

Im Windschatten des rasanten Absturzes der SM-Kontraktnotierung um 290 EUR/t
rauschten auch die Preise für die Styrolkunststoffe deutlich nach unten. Die
markante Kostenreduktion eröffnete den Erzeugern aber Spielraum für
Margenverbesserungen, der je nach Material unterschiedlich groß ausfiel. Die
höchsten Abschläge konnten die Verarbeiter bei EPS-Dämmstoffen durchsetzen, wo
die Baunebensaison den Bedarf dämpfte.

Auch die Notierungen für den Verpackungswerkstoff PET nochmals nach.
Letztlich sind die Abschläge aber für die Anbieter - angesichts des
dreistelligen Abrutschens von PX und auch spürbarer Nachlässe bei MEG - noch
glimpflich zu nennen. Die Notierungen der von KI berichteten kleinen bis
mittleren Mengen blieben so weit überwiegend noch vierstellig. Die großen
Abschlüsse aber haben schon das Niveau der höherwertigen PET-Regranulate
erreicht und teils sogar unterschritten. Der Konsolidierungsdruck im
Sekundärmarkt steigt damit an.

Im Februar wird es überall wohl noch einmal Nachlässe geben. Die
Ethylen-Referenz ist erneut um 70 EUR/t gefallen. Allerdings haben sich Öl und
Naphtha zwischenzeitlich gefangen, die Bodenbildung wird immer deutlicher.
Zugleich steigt die Verbraucherlaune. Das dürfte schon bald zu deutlich erhöhter
Kaufaktivität führen. Im Laufe des Monats könnten die Abschläge dadurch Stück
für Stück kleiner werden, eventuell könnte der Februar sogar eine Trendwende
erleben.

Die Propylen-Notierung für Februar ließ um 80 EUR/t nach. Die Erkenntnis der
Bodenbildung im Upstream wird sicher einen Kaufimpuls auslösen, zumal die
Verbesserung der Verbraucherlaune für ein konjunkturell munteres Frühjahr
spricht. Je nachdem wie stark der Abfluss einsetzt, werden die Abschläge hierin
ihre Grenzmarkierungen finden.

Auch bei PVC stehen Abschläge ins Haus, wiewohl etwas moderater als zuvor.
Vorsaisonale Lagerauffüllungen in einer sich anbahnenden guten Verbraucher- und
Baulaune sollten bei Kostenstabilisierung zu einer zügig zunehmenden Auflösung
des Kaufstaus führen.

Gebremst durch den schwachen Euro fiel der SM-Rückgang mit 55 EUR/t im
Februar geringer aus als zeitweise erwartet. Mit weiteren Preissenkungen bei den
Styrolkunststoffen dürfte aber dennoch zu rechnen sein, auch wenn die Erzeuger
angesichts einer wohl guten Nachfrage wieder einen Teil der Kostenreduktionen
einbehalten werden.

Mit der sich abzeichnenden Bodenbildung beim Öl haben sich die
PX-Spotnotierungen etwas gefestigt. Mit einer steigenden Verbraucherlaune
erhalten auch die PET-Verarbeiter von beiden Seiten Impulse zur Aufgabe der
Zurückhaltung. In der Kette scheint aber noch genügend Potenzial für eine
erneute, aber wohl nur mehr moderate Abwertung im Februar.

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