12.02.2016

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste Januar 2016

Rückgänge auf breiter Front bestimmen das Bild zum Jahresauftakt / Baisse in Ölstrecken schlägt durch / PE tendiert zur Überversorgung / Weitere Nachlässe im Februar absehbar


Anfänglich hatten die europäischen PE-Anbieter im Januar 2016 noch sehr
zurückhaltende Nachlässe eingeräumt. Spätestens ab der Mitte des Monats aber
gewannen die Rückgänge deutlich an Dynamik. Die fallenden Notierungen in den Öl-
und Petrochemiestrecken entfalteten den psychologischen Hintergrund für
auftretende Preiskämpfe. Einzelne große Produzenten zeigten sich sehr
kompromissbereit, zudem bereicherten aufgrund des hohen europäischen
Preisniveaus etliche Importe das Angebot. Am Ende wurde die Vorgabe der
Ethylen-Referenz durchaus deutlich übertroffen.

Auch die PP-Produzenten konnten die Abschläge anfangs noch unterhalb der
Kostensenkung von 50 EUR/t für C3 beschränken. Am Ende aber reichten die
Rückgänge oft auch über die Dimension der Kostensenkung hinaus, tendenziell bei
den größeren Mengen etwas stärker.

Die PVC-Erzeugern kämpften hartnäckig um die angekündigten Margengewinne. Am
Ende behielten sie den einen oder anderen Euro der Ethylen-Kostensenkung ein.
Sehr viel mehr wurde es allerdings nicht.

PS folgte unterdessen nicht der Abwärtsbewegung, die der leichte Rückgang der
SM-Kontraktreferenz vorgab. Im Monatsverlauf tendierten die anfangs sogar
anziehenden Notierungen zum Rollover. Die EPS-Preise folgten hingegen der
rückläufigen Kostenbasis, auch wenn die Anbieter bisweilen einen geringen Teil
der Reduktion einbehalten konnten.

Mit fallenden Kosten und verhaltenem Nachfrage-Start in das neue Jahr gaben
auch die PET-Notierungen nach. Die Kostensenkung von bis zu 50 EUR/t gaben die
Produzenten mit rund -35 EUR/t nicht ganz weiter. Die Marktlage tendierte
liquide.

Im Februar wird es bei PE aller Voraussicht nach auf breiter Front zu
weiteren substanziellen Nachlässen kommen. Die Ethylen-Referenz fiel um 70
EUR/t. Das wird von den Käufern im Minimum eingefordert. Angesichts einer guten
Versorgung könnte es auch noch mehr werden. Insgesamt scheint sich derzeit eine
Tendenz zur Überversorgung aufzubauen. Einige neue exportorientierte Anlagen
starten weltweit, zudem steht der Iran vor einem Comeback als
Direktlieferant.

Die C3-Referenz stufte erneut um 60 EUR/t auf 560 EUR/t herunter, eine bald
historische Tiefe, die zuletzt im Krisenjahr 2009 erreicht wurde. Das wird
sicher auch die Notierungen der Propylen-Polymere weiter drücken. Als Gegenkraft
wirkt der nordamerikanische Markt, wo die PP-Notierungen gerade den
entgegengesetzten Weg nehmen und damit die Arbitrage reizvoller machen.

Beim PVC wird sich das zähe Ringen fortsetzen. Obwohl ein weiterer Abschlag
des Ethylens zu verdauen ist, werden sich die großen Produzenten wenig von ihren
Margenzielen ablenken lassen. Dennoch stehen unter dem Strich wahrscheinlich
zumindest moderate Abschläge.

Eine einheitliche Preistendenz nach unten zeichnet sich derweil für die
Styrolkunststoffe ab. Der neuerliche Rückgang der SM-Kontraktreferenz - diesmal
um 50 EUR/t - wird die Notierungen nach unten ziehen, zumal sich auch bei PS die
Versorgungslage gebessert haben dürfte.

Auch bei PET dürfte es im Februar nochmals zu moderaten Abschlägen kommen.
Die Kostenlage wirkt weiter schwach, das Angebot ist gut, die Nachfrage müsste
sich zumindest normalisieren. Einige Verarbeiter werden beginnen, die nach der
Winterbaisse tiefstehenden Materiallager wieder aufzubauen.

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