09.02.2017

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste Januar 2017

Anbietern gelingt zum Jahresbeginn meist nur die Kostenweitergabe / Nachfrage noch etwas zurückhaltend / Steigerungstrend hält an / Margenerhöhungen im Februar auf dem Plan

Optimistisch waren die europäischen PE-Anbieter in das neue Jahr 2017 gestartet. Die Forderungen kalkulierten durchgängig Margenanhebungen ein. In den allermeisten Fällen allerdings blieb den Produzenten am Ende wenig davon übrig. Die Kostenweitergabe blieb meist das Maß der Dinge. Dafür sorgte vor allem eine verhaltene Nachfrage wegen gut gefüllter Lagerstätten bei den Verarbeitern.

Alle Anstrengungen zur Verbesserung der Margen halfen auch den PP-Anbietern wenig. Die zurückhaltende Nachfrage ließ in der Spitze allenfalls die Weitergabe der nominalen Kostensteigerung der Propylen-Referenz zu. Angebot und Nachfrage zeigten einen schleppenden Beginn, normalisierten sich aber in die zweite Monatshälfte hinein.

Ebenfalls mit ambitionierten Vorsätzen zur Margenverbesserung starteten die PVC-Anbieter ins neue Jahr. Mit dem gleichen Ergebnis, auch ihnen gelang das Vorhaben nicht. Wegen der zurückhaltenden Nachfrage wurden nur die Ethylen-Kosten weitergereicht. Bei den harten PVC-Mischungen kamen zusätzlich noch steigende Titandioxid-Notierungen zur Geltung.

Der steile Aufwärtstrend der Notierungen für Styrolkunststoffe hat sich derweil fortgesetzt. Der abermals dreistellige Anstieg des SM-Referenzkontrakts zog die Preise für PS und EPS erneut kräftig nach oben. Bei Direktabnahmen beharrten viele Produzenten auf nahezu vollständige Kostenweitergabe, Distributeure und Händler zeigten sich hingegen oft etwas flexibler.

Die PET-Preise stiegen ebenfalls im Einklang mit dem Kostenmix (PX +55, MEG +105 EUR/t), die Margengewinne blieben allenfalls marginal. Asiatische Importe verloren stark an Attraktivität und Menge. In der zweiten Januarhälfte floss deutlich mehr Material als in einem Januar üblich ab, das Ergebnis maßgeblich von absichernden Lagerkäufen.

Die Ethylen-Referenz für Februar hat erneut um 35 EUR/t zugelegt. In Verbindung mit sich leerenden Rohstofflagern der Verarbeiter sollte die muntere Nachfrage der Endmärkte daher den PE-Abfluss in vielen Bereichen deutlich anschwellen lassen. Zugleich beginnen einige Erzeuger mit Einteilungsmaßnahmen im Vorfeld der Wartungssaison. Dadurch tendiert die Marktlage bei vielen Qualitäten eher eng, was Margenanhebungen der Anbieter möglich machen könnte.

Auch die PP-Produzenten sind entschlossen, die Margenerosion im Februar umzudrehen. Erneut hat die Propylen-Referenz um 45 EUR/t angezogen, und in Nordamerika streben die Preise parallel extrem steil nach oben. In Europa wird wird eine anziehende Nachfrage in einem arbeitsreichen Monat erwartet. Die Zeichen für das Vorhaben stehen somit gut.

Die PVC-Erzeuger haben natürlich weiterhin Margenverbesserungen im Sinn. Im Zusammenspiel von gegebenen Exportfenstern und steigender Nachfrage könnten zumindest Teile der Vorstellungen umgesetzt werden. Bei den fertigen Mischungen dürfte sich nun neben dem weiterhin anziehenden Titandioxid auch die C4-Hausse bei den Weichmachern bemerkbar machen.

Die Rallye bei den Styrolkunststoffen hat sich derweil überraschend extrem beschleunigt. Der SM-Referenzkontrakt ist weiter um 260 EUR/t nach oben gesaust wird, die Zuschlagkomponente Butadien ist für Februar extrem drastisch gleich um 460 EUR/t angestiegen. Die Notierungen für PS könnten die bisherige Rekordmarke von September 2013 knacken, EPS daran zumindest kratzen.

An den grundlegenden Marktbedingungen bei PET dürfte sich weltweit wenig ändern. Für PX und MEG werden weitere Anhebungen erwartet, die sich schnell in den PET-Preisen wiederfinden werden.


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