12.08.2016

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste Juli 2016

Polyethylen-Notierungen sinken deutlich / PP sackt moderater ab / PVC unter Druck / Styrolkunststoffe fallen tief / PET erodiert weiter / Stabilisierungstrend im August

"Schluss mit lustig"
hieß es für die europäischen PE-Produzenten im Juli 2016 nach 15 Monaten des
Margenhöhenflugs. Erstmals seit April 2015 fielen durch spürbare Preisnachlässe
die Nominalmargen zu Ethylen wieder auf Werte von 500 EUR/t und darunter.
Hintergrund des Preisverfalls trotz der leicht gestiegenen Ethylenreferenz war
die fast über den gesamten Markt reichende klare Tendenz zur Überversorgung.

Am Monatsanfang waren einige
europäische PP-Anbieter noch mit der Hoffnung auf eine Weitergabe der Anhebung
von 17,5 EUR/t der Propylen-Referenz auf den Markt gegangen. Weder
bewahrheiteten sich dann aber Verengungsgerüchte noch zeigten sich die Abnehmer
übermäßig gewillt zu kaufen, es sei denn zu vernünftigen Preisen. Die Margen
der europäischen Produzenten gingen damit erstmalig wieder auf das Niveau
zurück, das im Mai 2015 als "neues Normal" definiert wurde.

Wie zuletzt üblich, kämpfte
vor allem der europäische PVC-Marktführer löwenhaft für die Rettung der Margen.
Es half aber nichts, am Ende gingen die Anbieter von PVC Basis-Qualitäten mit
einem Rollover aus dem Monat. Insbesondere die harten PVC-Abmischungen haben
sich allerdings gegenläufig nach einigen Jahren der Ruhe nun wieder im
Schlepptau der stetig anziehenden Preise für den Weißmacher Titandioxid
verfangen.

Die Notierungen für
Styrolkunststoffe gaben im Juli auf breiter Front nach, nachdem auch der
Styrol-Referenzkontrakt eine deutliche Korrektur nach unten (-125 EUR/t)
verzeichnet hatte. Generell ergab sich eine recht große Bandbreite der
Preisabschlüsse, denn in den Verhandlungen wurde in der Regel auch die bereits
sehr heterogene Preisgestaltung des Vormonats mitberücksichtigt. Einige
Abschläge gingen daher über die reine Kostenreduktion hinaus.

Auch beim PET zeigte sich
eine große Divergenz der Abschlüsse, je nach Menge und Zeitpunkt. Etliche
Käufer konnten Nachlässe erreichen, andere wiederum schlossen im Rollover ab,
meist aber deshalb, weil sie bereits gegen Ende Juni Rücknahmen erzielt hatten.
Die sehr großen Mengenabnahmen von Commodities sackten tendenziell noch etwas
stärker ab. Der Abstand zu den Notierungen der kleineren Mengen ist
mittlerweile auf gut 200 EUR/t angeschwollen, sicher keine auf Dauer gesunde
Situation.

Für den August sieht es bei
en Polyolefinen nach einer Stabilisierung aus. Die Ethylenreferenz ist leicht
um 20 EUR/t abgesackt. Die Anbieter fordern Rollover, zugleich sind mit
Crackerwartungen Reduzierungen auch des Polymerangebots zu erwarten. Das aber
gleicht sich mit dem saisonalen Tief der Nachfrage im zentralen europäischen
Ferienmonat August aus. Letztlich könnte sich die Waage bei der Weitergabe der
Kostensenkung einpendeln.

Bei PP kommt vom C3 kein
Impuls, zudem scheinen die Importe abzuebben und die europäische Produktion in
den Ferienmodus zu schalten. Das gilt aber andererseits auch für die Nachfrage
in Gesamteuropa. Der breitflächige Rollover drängt sich auf, es kann aber auch
noch einmal leicht nachgeben.

Die PVC-Nachfrage wird die
Erwartungen der Erzeuger wohl auch in den nächsten Wochen enttäuschen. Bei
leicht gesunkener Ethylen-Referenz sind daher Erosionen wahrscheinlich. Einzig
die PVC (U)-Mischungen stehen weiter unter dem Dampf des TiO2.

Die SM-Referenz wurde trotz
des anziehenden Benzols unverändert fortgeschrieben. Ähnliches wohl dürfte den
Styrolkunststoffen im August bevorstehen. überwiegt inzwischen das
Auswärtspotenzial.

Bei PET sind dagegen
weitere Erosionserscheinungen zu erwarten. Wesentliche Impulse sind nicht in
Sicht.

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