13.07.2011

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste Juni 2011

Kostensenkungen mehr als eingeholt / Notierungen geraten auf breiter Front in Korrekturrutsch / Sonderposten beleben die Abfahrt / Weitere Nachlässe im Juli sind zu erwarten

Die europäischen Einkäufer von Standard-Thermoplasten konnten die Kostenentlastung bei den Polymerproduzenten im Juni 2011 teils deutlich übertreffen. Die Notierungen für PE-LD gingen fast dreistellig nach unten, doppelt so stark wie der Ethylenpreis. Auch bei PE-LLD überkompensierte der Rückgang die Kosten klar. Nur beim margenschwachen PE-HD konnten die Produzenten die Nachlässe in Höhe der Kostensenkungen halten. Die Anbieter von PP mussten deutlich höhere Absenkungen in den Markt geben, als sie durch die -40 EUR/t bei Propylen als Entlastung verbuchen konnten. Die PVC-Hersteller mussten statt Margen verbessernden Erlöserhöhungen sogar leichte Nachlässe gewähren. Auch die PS-Produzenten mussten mehr als die -75 EUR/t des SM in den Markt geben. EPS dagegen blieb leicht unter der Kostenweitergabe stehen. Die Einkäufer von PET holten die Kostensenkungen der Produzenten der Vorwochen herein. Hier profitierten große Abnehmer mit teils gut bemessenen dreistelligen Abschlägen besonders stark, während kleinere etwas darunter blieben. Die Bandbreite der Abschlüsse zeigte sich wieder heterogener als seit Herbst 2010 üblich.


Abgesehen von EVA war das Angebot durch die Bank tendenziell gut bestückt. Die auf Lagerabbau geänderte Einkaufstaktik der Verarbeiter sowie die Feier- und Brückentage ließen den Bedarf schrumpfen. Da die Läger überzuquellen drohten, gab es öfter größere Polyolefin-Einzelposten. Bei allen Typen zeigen sich verfettende Läger, denn hohe Erwartungen auf noch tiefere Notierungen dämpften die Nachfrage in der ganzen Kette. Die Endabnehmer bauten die aufgebauten Bestände ab und hielten sich mit Bestellungen zurück. Auch Schichtkürzungen und Brückenabstellungen schwächten das Interesse der Verarbeiter an den Abrufen bei den Rohstoffen deutlicher ab als erwartet.


Im Juli steht eine noch deutlichere Bereinigung der vor allem in Q1 wohl allzu stürmisch nach oben galoppierten Niveaus bevor. Sinkende Kosten von 95 EUR/t bei Ethylen (C2), 75 EUR/t bei Propylen (C3) und vorläufigen 97 EUR/t bei SM (zwei Kontrakte) sorgen für hohe Erwartungshaltung bei den Verarbeitern. Dazu äußern sich die Produzenten angesichts der zuvor schon angetasteten Margen eher noch zurückhaltend. Zugeknöpft tönt es auch aus der PVC-Ecke, wo aber auch schon von Preissenkungen gesprochen wird. Die PS- und EPS-Hersteller wollen nur Teile der Kostenentlastung weitergeben. Die PET-Notierungen stehen vor allem durch die gedämpfte asiatische Marktlage auch im Juli tendenziell eher weiter unter Druck. Zum Halbjahresstart erwarten die Produzenten einen spürbaren Auffülleffekt bei den Verarbeitern. Je näher allerdings der Urlaubsmonat August heranrückt, umso größer werden die Befürchtungen über einen schrumpfenden Bedarf. Bislang will dennoch kein Produzent abstellen. Da Exporte nur vereinzelt möglich sind, werden die Übermengen bei den Stammkunden abgesetzt werden müssen. Der Juli steht im Zeichen hoher Flexibilitäten. Es ist alles gerichtet für interessante Sommerverhandlungen.

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