12.07.2016

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste Juni 2016

PE-Typen meist im Minus / Auch PP geht in die Knie / PVC noch mit leichten Margengewinnen / Styrolkunststoffe gedämpft aufwärts / PET unter Druck / Trends im Juli ungebrochen

Die Forderungen einiger europäischer PE-Produzenten reichten im Juni bis zu
+50 EUR/t, vor dem Hintergrund einer um 25 EUR/t gestiegenen Ethylen-Referenz.
Sie stießen jedoch auf eine für sie unvorteilhafte Lage, bei der Wettbewerber
offensiv Ermäßigungen lancierten. In der Folge fielen die Notierungen fast aller
PE-Typen, insbesondere dort, wo Importe von den im Weltvergleich hohen
Erlösniveaus angezogen werden.

Auch die PP-Produzenten mussten das Ziel der Kostenweitergabe
(Propylen-Referenz +17,5 EUR/t) verloren geben. Die Versorgungslage aus
vielerlei Richtungen war letztlich zu gut für die unter den Erwartungen
ausfallende Nachfrage. Bei den Spritzgießtypen wurden hier und da sogar
Nachlässe fällig, während es bei den Folienqualitäten meist zu leichten
Anhebungen reichte.

Die PVC-Anbieter rutschten zwar von den anfänglichen Forderungen in Höhe von
+40 EUR/t immer näher an die Kostensteigerungsmarke von 12,5 EUR/t heran, am
Ende erreichten sie aber vor allem bei den großen Mengen noch leichte
Margengewinne. Dass es ihnen gelang, lag auch an regionalen Unwuchten wie in
Mitteleuropa und in Frankreich. Steigende Titandioxid-Preise trieben die
unplastifizierten Dry Blends und Compounds (PVC-U) leicht überproportional nach
oben.

Die Preise der Styrolkunststoffe tendierten nach dem Anstieg des
SM-Referenzkontrakts im Juni (+60 EUR/t) nach oben. Rasch aber war absehbar,
dass der Anstieg nicht nachhaltig war, die SM-Spotpreise sackten deutlich ab.
Dadurch ergab sich eine große Bandbreite bei den Preisvereinbarungen für
Styrolkunststoffe. Die Höhe der Aufschläge nahm im Monatsverlauf stetig ab. Bei
PS wurde der Druck auf die Preise zudem durch günstige Importwaren
verschärft.

Der PET-Markt steht derweil weiterhin unter den weltweiten
Überversorgungszeichen. Die Preise für den transparenten Verpackungswerkstoff
ließen daher wegen verhaltener Nachfrage im Juni 2016 etwas nach. Von der stabil
bis leicht fest tendierenden Kostenseite kamen zu wenig Stützungsimpulse.

Die Ethylen-Referenz zog im Juli abermals an, allerdings nur leicht um 10
EUR/t. Vieles sieht beim PE allerdings danach aus, als ob die Preise im Juli
nochmals nachgeben werden. Zu gut das Angebot, auch aus dem Import, und zu
zurückhaltend die Nachfrage.

Die PP-Produzenten wollen die erneuten +17,5 EUR/t der Propylen-Referenz
herein holen. Aber während ein großer Produzent harte Kante zeigt, unterlaufen
kleinere Produzenten und Importangebote dies bereits jetzt. Es wird wohl um den
Nullpunkt herum oszillieren, von Erosionen bis zu leichten Anhebungen.

Der Ethylenkosten-Impuls wirkt zu dürftig, um die Preise von PVC Basis
tatsächlich zu treiben. Einiges wird letztlich von der Wetterlage abhängen. Bei
Sonnenschein und Trockenheit dürften die Tiefbau-Sektoren lebhaft werden.

Bei den Styrolkunststoffen sind unterdessen die Weichen mit dem
SM-Preisrückgang von 125 EUR/t eindeutig gestellt. Es wird abwärts gehen mit den
Notierungen.

Wie es bei PET weitergeht, weiß zurzeit niemand so recht. Die Marktlage
tendiert weiter liquide, wann die Märkte den Brexit-Schock abschütteln können
ist unklar, die Kosten zeigen keinen eindeutigen Trend, und das Wetter bleibt
unberechenbar. PX schleicht mehr oder minder seitwärts, der Preisdruck bliebt
bestehen.

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