08.04.2014

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste März 2014

PE-Notierungen fallen etwas über Ethylenkosten / PVC schwächelt weiter / PP bleibt stabil / Styrolkunststoffe sinken mit Vorprodukt / PET geht in freien Fall über / April wird fester

Zu Beginn des März mussten die europäischen Polyethylen-Anbieter erkennen,
dass sie im Februar die Produktionsschrauben zu euphorisch aufgedreht hatten.
Die Notierungen in allen PE-Spotmärkten sanken angesichts guter Verfügbarkeiten
bei gesunkenen Kosten (Ethylen -20 EUR/t) schnell ab und zogen die Arbeitspreise
der Kontraktkunden mit sich. Ab der Mitte des Monats dann hatten die Produzenten
die Lage aber besser in den Griff bekommen. Drosselungen sorgten teils sogar für
Orderstopps, die Handelskanäle liefen so schnell leer, wie sie sich gefüllt
hatten. Für die regulären Mengen war es zu spät, sie wurden meist etwas über
Kostenrückgang bestätigt. Zusatzmengen allerdings waren, wenn überhaupt, schon
wieder nur mit Aufschlägen zu bekommen.


Im PVC-Markt war es ein zähes Ringen um jeden Euro. Am Ende mussten die
europäischen Erzeuger die Anhebungsforderungen für S-PVC Basis unverrichteter
Dinge wieder einstecken und zumindest große Teile der leicht günstigeren Kosten
weitergeben. Da die Preisfronten bei den Zuschlagsstoffen ruhig blieben, fiel
bei den Compounds in der Regel die anteilige Senkung des Matrixmaterials ab. Die
Anbieter von PVC-Pastenqualitäten mussten die Kostenverbesserung
durchreichen.


Die strukturell zu gute Angebotslage macht es den Anbietern weiterhin sehr
schwer machen, die Preise zu erhöhen. Trotz der anstehenden vielversprechenden
Bausaison scheint der schwache Rollover auch das Maß der Dinge für April.


Nachdem der Kontraktreferenzpreis des Vorprodukts Propylen unverändert
geblieben war, mussten sich die PP-Produzenten bei den regulären Abnahmen mit
dem Rollover zufrieden geben. Bei Zusatzmengen konnten sie die Forderungen von
+20 EUR/t aber teils umsetzen, vor allem bei tiefliegenden Ausgangsniveaus. Im
Laufe des März zeigten sich zunehmend Lieferengen, was sich unter anderem in
steigenden Spotnotierungen niederschlug. Die Enge rührt wesentlich vom
Vorprodukt her.


Der Rückgang des Styrol-Referenzkontrakts um 57 EUR/t hat die Notierungen der
Styrolkunststoffe nach unten gezogen. Die Preise für PS folgten unter dem Druck
von Niedrigpreis-Importe im Wesentlichen der SM-Ermäßigung. Bei EPS gelang den
Herstellern eine leichte Ausweitung der Margen, weil die zunehmenden Aktivitäten
am Bau den Bedarf befeuerten. Insgesamt haben die Produzenten von
Styrolkunststoffen den Ausstoß recht gut dem Bedarf angepasst, so dass die
Marktlage generell weitgehend balanciert blieb.


Die Preise für PET verfielen weiter. Die im Februar und März um fast 170
EUR/t gesunkenen Kosten für PX sorgten im Verbund mit der anhaltenden
Überversorgung des Marktes für abermals substanzielle Einbußen der
Notierungen.


Für den April fordern die PE-Anbieter trotz einer erneut leicht gesunkenen
Ethylenkontrakt-Notierung durch die Bank +40 EUR/t. Die aktive Mengensteuerung
dürfte dabei angesichts eines trotz Ostern erfreulich belebten Nachfragebilds
ihren Zweck erfüllen. Zumindest moderate Aufschläge stehen breitflächig ins
Haus.


Spürbare Lücken beim Vorprodukt Propylen (Kontrakt April +10 EUR/t) stellt PP
unter klare Auftriebszeichen. Die Anbieter wollen mit Forderungen von +30 EUR/t
die Gunst der Stunde für Margenverbesserungen nutzen, mit relativ guter
Erfolgsaussicht.


Bei den Sryolkunststoffen dürfte sich die Preisgestaltung auch im April
maßgeblich nach der SM-Kostenveränderung richten. Die Größenordnung ist mit +15
EUR/t für SM vorgegeben. Bei EPS hingegen könnten die Preisanhebungen etwas
höher ausfallen, weil die Nachfrage am Bau weiter anzieht.


Im Nachgang des erneuten Abschlags von 75 EUR/t bei PX im März sind für den
April weitere spürbare Nachlässe der Preise im weiter überversorgten PET-Markt
zu erwarten.

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