11/04/2016

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste März 2016

Polyolefine folgen den Vorprodukt-Nachlässen im Verlauf immer weniger / Styrolkunststoffe und PET bereits mit Steigerungen / Deutlicher Auftrieb: Kehrtwende nach oben im April

Die europäischen PE-Märkte zeigten im Verlauf des März 2016 eine klare
Festigungstendenz. Getrieben wurde dies durch die Steigerungen der Notierungen
in der Ölstrecke. Während viele Abnehmer die Osterruhe gegen Ende des Monats
nutzten, um sich so weit irgend möglich einzudecken, riefen einige Anbieter in
wichtigen Bereichen bereits Mitte März Orderstopps aus. Nicht immer wohl lag dem
unbedingt ein tatsächlicher Engpass zu Grunde als vielmehr die Erwartung auf
höhere Preise im neuen Monat nach Ostern. Letztlich standen unter dem Strich für
den März dann meist schwächere Rollover.


Anfänglich gab es im PP-Markt vor dem Hintergrund der stabilen C3-Referenz
hier und da noch leichte Schwächetendenzen. Spätestens ab Mitte des Monats aber
festigte sich die Lage. Die Erzeuger gingen zu Rollover bis zu leichten
Anhebungen über.


Allen Anstrengungen zum Trotz mussten die PVC-Produzenten dagegen die leicht
gesunkenen Kosten überwiegend an die Abnehmer weiterreichen. Die Lager der
Verarbeiter waren recht proper gefüllt, da die Nachfrage aus den Endmärkten vor
Ostern noch verhalten blieb. So gab es nur geringe Versorgungsängste.


Der starke Anstieg der SM-Kontraktnotierung um 100 EUR/t hat die Preise für
Styrolkunststoffe derweil bereits nach oben schnellen lassen. In zähen
Verhandlungen sträubten sich die Abnehmer von PS und EPS aber meist erfolgreich
gegen die volle Weitergabe der Kostensteigerung. In der zweiten Monatshälfte kam
es zu ersten Vorkäufen, weil die Perspektive auf weitere Anhebungen deutet.


Der Aufwind in den Ölstrecken gab auch den PET-Anbietern eine Stütze für ihre
Anhebungswünsche. Ausschlaggebend aber war die Lage im fernen Asien. Der dort
einsetzende Frühlingsauftrieb sorgte für geringere Importströme auf den
europäischen Markt. In der Folge tendierte die Marktlage im Monatsverlauf
zunehmend enger. Am Ende standen durchaus signifikante Aufschläge.


Der April wird breitflächige Steigerungen für alle Standard-Thermoplaste
bringen. C2 und C3 notieren 60 EUR/t teurer als zuvor, SM stieg abermals um 95
EUR/t, PX wird derzeit bei +60 EUR/t diskutiert. Die Polyolefin-Produzenten
reagierten bereits mit der Drohung dreistelliger Erhöhungen. Klar scheint zu
sein, dass die Kostensteigerung auf jeden Fall herein geholt werden soll und
jede Margenverbesserung billigend in Kauf genommen wird. Einzig bei einfachen
PE-LLD (C4) wohl könnte es leicht unter dem Ethylen-Auftrieb enden, da hier
Importe in den Markt drängen.


Der Aufwind des Ethylens treibt auch die Anbieter von PVC Basisqualitäten um.
Auch etliche Zuschlagsstoffe stehen im Auftrieb, was die Fertig-Mischungen
zusätzlich verteuern könnte. Produktionsseitig stehen Anlagen in Wartung, die
Nachfrage wird im April schon wegen der Saisongeschäfte voraussichtlich nach
oben schnellen. Am Ende könnten die Erzeuger in dieser Lage zumindest Teile der
lange angestrebten Margenverbesserungen erreichen.


Bei den Styrolkunststoffen wird es angesichts der erneut starken
SM-Steigerung wenig Federlesen mit der Umsetzung geben. Auch bei PET scheinen
Aufschläge vorprogrammiert. PX steht im Auftrieb, die Saisonaktivität schaltet
einen Gang höher und eine Importbelebung ist nicht in Sicht.

Mehr Informationen zu den KI Polymerpreisen ...