04.06.2013

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste Mai 2013

Beschränkte Weitergabe der Kostensenkungen / Angestrebter Turnaround aber noch nicht erreicht / Bodenbildung weist Weg zur Marktbalance / Anhebungen im Juni wahrscheinlich




Wenn schon nicht den Preisverfall, so doch zumindest in vielen Fällen den Margenverfall stoppen konnten die europäischen Anbieter von Standard-Thermoplasten im Mai 2013. Die vor allem bei den Polyolefinen im Monatsverlauf begleitend zu steigenden Spot- und Vorproduktpreisen angestrebte Kehrtwende gelang jedoch nicht. Das für die Jahreszeit viel zu nasskalte Wetter in weiten Bereichen Europas nahm den realen Druck aus der Nachfrage. So blieb die Preis-Bodenbildung der wesentliche Triebfaktor aus den Endmärkten, was zwar den Verfall stoppte, aber nicht für den Umschwung ausreichte.


Nachdem die Kontraktnotierung von Ethylen im Mai um 100 EUR/t tiefer lag als im Vormonat, mussten die PE-Anbieter nur in Einzelfällen die komplette Kostenentlastung weitergeben, insbesondere im kränkelnden Portfolio des PE-HD. Zumeist gelang es den Produzenten, die Weitergaben auf 75 bis 80 EUR/t zu beschränken. Ein ähnliches Bild zeigte sich bei PP, wo sich der Mai-Rückgang des C3 um 80 EUR/t in Abschlägen von 70 bis 75 EUR/t bei den Polymeren auswirkte. Auch die PVC-Anbieter konnten mit der Begrenzung auf maximal 40 EUR/t Nachlass ein wenig von den anzurechnenden 50 EUR/t Entlastung durch die Ethylenkomponente in den Margenbüchern behalten. Einzig die Produzenten von Styrol-Kunststoffen mussten die Entlastung durch den SM-Rückgang voll weitergeben. Wobei sich dies aber mit nur 11 EUR/t in eher marginalen Grenzen hielt.


Vor allem in der zweiten Monatshälfte machten sich die vielfältigen anhaltenden Drosselungen der Produktion langsam aber sicher bemerkbar. Der nach den Bodenbildungssignalen anschwellende Abfluss wurde von den Produzenten so stetig zögerlicher bedient, erkleckliche Zusatzmengen waren nur in einzelnen Nischen zu sehen. Auf der anderen Seite kam es bereits häufiger zur Orderablehnung. Dennoch war für den tatsächlichen Bedarf überwiegend genügend Ware im Markt.


Die Nachfrage stieg an, obwohl wichtige Segmente wie Bau und Agrar zwar grundsätzlich belebt waren, aber doch klar unter Saisonnormal lagen. Immerhin sorgte in vielen Bereichen die Devise "Bodenbildung" für höheren Bedarf. Je weiter der Monat voranschritt, umso schwieriger - respektive teurer - wurde jedoch der Lageraufbau für die Verarbeiter.


Die Kontraktabschlüsse Juni für die Vorprodukte deuten auf eine Stabilisierung. Mit +5 EUR/t für Ethylen, +15 EUR/t für Propylen und +14 EUR/t für SM ist mehr oder minder von einem starken Rollover zu sprechen. Die Erzeuger sehen nun die Stunde gekommen, die aus ihrer Sicht allzu schief liegenden Margen wieder ins rechte Lot zu bringen. Bei PE liegen die Forderungen bis zu +100 EUR/t, für PP sind bis zu +70 EUR/t ausgerufen, für PVC bis zu +40 EUR/t. Die Anbieter von Styrol-Kunststoffen halten sich noch bedeckt, jedoch ist auch hier wohl mit Forderungen zu rechnen. Im Juni, so die allgemeine Hoffnung, sollte mit besserem Wetter endlich die Nachfrage zumindest auf Normalstand springen. Bei weiter gedrosseltem Angebot könnte dies wohl in vielen Fällen zumindest zu anteiligen Anhebungen reichen. Die Bereiche mit starkem Witterungsbezug wie Bau, Gartenbau, Agrar oder Getränke könnten in besonderem Maße betroffen sein - wann, wenn nicht jetzt, so die verständliche Frage der Anbieter.

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