13.06.2014

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste Mai 2014

Erste Anhebungen bei PE / Propylen-Enge treibt PP weiter hoch / PVC legt marginal zu / Knappe Kostenweitergabe bei PS / PET vorübergehend fester / Juni: Olefin-Derivate im Auftrieb

Im Großen und Ganzen ist den europäischen PE-Anbietern die Trendwende im Mai
gelungen, wenn auch zaghafter als erhofft. Nach der nur noch sehr marginal
rückläufigen Kostenentwicklung für Ethylen hatten sie +30 EUR/t für alle Typen
gefordert. Das Spektrum der Abschlüsse reicht vom Rollover, dem vor allem gut
versorgte Qualitäten des PE-HD unterlagen, bis zu leichten Anhebungen für alle
Folientypen. Eine Sonderentwicklung wies abermals EVA wegen der anhaltenden
weltweiten VAM-Versorgungskrise auf.


Die anhaltende Enge beim Vorprodukt Propylen hat die Preise für Standard-PP
unterdessen weiter hoch getrieben. Allokationen waren bei kontinuierlicher
Nachfrage weiter an der Tagesordnung. Meist konnten die Anbieter von
Standardwaren so das Doppelte des C3-Kostenanstiegs auf ihr Habenkonto
verbuchen.


Trotz der abermals leicht gesunkenen Ethylenkosten konnten die europäischen
Anbieter von PVC Basis-Qualitäten minimale Preisanhebungen durchsetzen. Das
Spektrum reichte dabei vom Rollover bis zur Spitze von +20 EUR/t bei tiefen
Preislagen. Das setzte sich anteilig auch bei den harten PVC-Mischungen um.
Weiche PVC-Compounds und die Pastenqualitäten zogen dagegen im Seitwärtsgang
weiter.


Die europäischen Anbieter von Styrolkunststoffen mussten sich meist mit einer
Durchreichung der Kostensteigerung von SM (+20 EUR/t) zufrieden geben, wenn dies
denn überhaupt erreicht wurde. Höher liegende Vorstellungen entpuppten sich als
Trugbilder. Insbesondere ab der Monatsmitte, als der anstehende Abschwung in der
Aromatenstrecke ruchbar wurde, machten die Abnehmer mit taktischer
Kaufzurückhaltung den Anbietern das Leben schwer.


Einstweilen gefestigt haben sich die PET-Preise. Auf der Basis stabil
gebliebener PX-Kosten gelangen den Anbietern im kleinteiligeren Markt sogar
leichte Anhebungen. Dabei halfen anziehende Notierungen in Asien, was den
Importdruck etwas milderte.


Der Aufwärtsdrive für PE wird sich im Juni wohl insgesamt verstärken. Der
Preistrend bei Ethylen hat mit +10 EUR/t bei der Kontraktnotierung nach oben
gedreht. Zudem haben die Erzeuger die Mengensteuerung härter in den Griff
genommen als zuvor.


Auch die Zeichen bei den PP-Standardqualitäten stehen weiter auf Aufschwung.
Zwar hat sich die Versorgungslage beim Monomer tendenziell verbessert, der Wurm
wird sich aber noch eine Weile durch die Strecke winden. Die abermals gestiegene
Notierung des C3-Kontraktes werden die Produzenten sicher für weitere Anhebungen
nutzen.


Die Ethylen-Wende dürfte den Auftrieb bei PVC verstärken. Die Produzenten
stehen weiter unter hohem Margendruck wegen der schwachen Natronlauge. Sie
werden daher mit aller Verve versuchen, die verbesserten Saisonabflüsse für
Anhebungen zu nutzen. Das könnte ihnen angesichts balancierter Märkte wohl auch
gelingen.


Wie erwartet hat die Styrol-Notierung mit -45 EUR/t spürbar nachgelassen. Die
Kostensenkungen werden von den Abnehmern sicherlich eingefordert. Die
Erfolgsaussichten dafür stehen recht gut. Die Produzenten ihrerseits versuchen,
soviel wie möglich der Senkungen einzubehalten. Insgesamt könnte der Juni ein
guter Abflussmonat werden, da sich in der Perspektive bereits wieder
Kostenfestigungen abzeichnen.


Bei PET zeichnet sich eine Seitwärtsbewegung ab. In der weiteren Perspektive
aber steht den Produzenten wohl Ungemach ins Haus, wenn neue westeuropäische
Anlagen wie angekündigt ab Juni in Betrieb gesetzt werden. Insgesamt wird der
Druck auf die werkstoffliche Polyester-Strecke einschließlich der Sekundärwaren
nicht substanziell nachlassen.

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