12.06.2015

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste Mai 2015

Polyolefin-Notierungen weiter auf wilder Himmelfahrt / Rekorde purzeln / PVC mit zunehmendem Drive / PS fest auf hohem Niveau / PET klettert / Auch im Juni noch kein Ende in Sicht

Langsam gehen die Superlative aus. Im Mai 2015 sind alle PE-Typen in Europa so teuer geworden wie nie seit dem Start der KI-Berichterstattung in den frühen 1980er Jahren. Extreme Engen bestimmen allenthalben das Bild. Den vorhergehenden Beeinträchtigungen der Petrochemie-Produktionen im Nordwesten Europas folgten im Monatsverlauf Zusammenbrüche großer Schlüsselanlagen im Süden Europas, die die aufkeimende Hoffnung auf Erholung schnell zerstieben ließen.

Wie schon im Vormonat spielte die Kostenentwicklung bei Propylen für Standard-PP eine sehr untergeordnete Rolle. Zwar war die C3-Referenz um 75 EUR/t angestiegen, die Anhebungen für Standardqualitäten lagen aber doppelt so hoch. Hintergrund war die auch hier extreme Marktenge. Auch bei PVC spitzte sich die Versorgungsenge zu. Nach der Kette von FM-Meldungen in der zweiten Monatshälfte drohen nun Verarbeitungslinien aus Materialmangel temporär stillgelegt zu werden, wie es aus dem Polyolefinsektor bereits bekannt. Die Preise stiegen nahezu dreistellig an.

Die Marktenge bei SM ließ derweil die Preise der Styrolkunststoffe weiter nach oben tendieren. Allerdings konnten die Anbieter von PS und EPS den leichten Anstieg der SM-Referenz (+20 EUR/t) oft nur zu Monatsbeginn weiter geben. Bei PET lagen die dennoch substanziellen Zuschläge letztlich unter der Kostenentwicklung. Der späte und relativ starke MEG-Anstieg erwischte die Anbieter auf dem falschen Fuß. Die meisten Geschäfte waren bereits eingetütet.

Die Polyethylen-Notierungen werden sich im Juni der historischen Marke von 2.000 EUR/t nähern. Selbst Importe bleiben aus, obwohl das Preisniveau trotz des eher schwachen Euro verlockend wirken muss. Auch bei PP wird es Rekordnotierungen geben, das ist so gut wie sicher. Zeichen einer Verbesserung der Versorgungslage sind nicht erkennbar und selbst umsichtige Verarbeiter, die sich im Januar bevorratet haben, geraten zunehmend in Kaufzwang. Weil aber nichts da ist, nimmt die Situation beinahe katastrophale Züge an. Und auch die PVC-Preise steigen weiterhin kräftig an, da es kaum Hoffnungssignale auf die Verbesserung der Produktionslage gibt.

Maßgebliche Importe scheinen nicht wahrscheinlich, sie kommen auch wegen Qualitätsfragen oft gar nicht in Frage. An dem hohen Niveau der Styrolkunststoffe wird sich derweil nicht viel ändern. Die SM-Referenz zog abermals um 20 EUR/t an, trotz des deutlichen Kostenrückgangs für Benzol (-111 EUR/t). Erst wenn sich die SM-Versorgungslage verbessert, dürfte die von den Verarbeitern ersehnte Preisumkehr einsetzen.

Die PET-Preise werden der Kostentwicklung folgen. Eine FM in England hält das Angebot tief. Die Anbieter werden versuchen, sich die im Mai verlorene Marge wiederzuholen.

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