13.06.2016

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste Mai 2016

Kostenweitergabe wird in vielen Fällen verpasst / Nachfrage oft durch die Feiertage gedämpft / Käufer halten sich zurück / Steigerungen im Juni wahrscheinlich eher moderat

So sehr sie sich auch bemühten, in den allermeisten Fällen gelang den
europäischen PE-Erzeugern im Mai 2016 die Weitergabe der Steigerung der
Ethylen-Referenz nicht vollständig. Den oft regen Importen stand eine durch die
Feier- und Brückentage in vielen Fällen eine gedämpfte Nachfrage entgegen, was
von der eher abwartenden Haltung der Käufer noch verstärkt wurde.


Der PP-Markt zeigte divergierende Entwicklungen. Bei den mit
Importalternativen versehenen hatten die Anbieter Schwierigkeiten, die moderate
Anhebung der Propylen-Referenz vollständig umzusetzen. Bei hochwertigen
Copo-Qualitäten kam es dagegen vor allem wegen der Lage in Frankreich zu
Einschränkungen. Hier stiegen die Preise dann bisweilen sogar über der
Rohstoffreferenz an.


Die Maximalvorstellungen der PVC-Anbieter wurden zwar ebenfalls nicht
erreicht, immerhin aber langte es für für moderate Margengewinne. Bei den harten
Formulierungen sorgten die anziehenden Titandioxid-Kosten für eine erneut
überproportionale Anpassung zu den Matrix-Anteilen.


Die PS-Notierungen haben sich derweil analog zum Rollover der Styrol-Referenz
seitwärts entwickelt. Auch EPS verzeichnete im Wesentlichen einen Rollover,
wobei sich die Erzeuger in der zweiten Monatshälfte angesichts der Nachfrage
hier und da zu leichten Konzessionen genötigt sahen.


Ein etwas diffuses Bild boten die europäischen PET-Märkte. Während sowohl
sehr kleine als auch sehr große Geschäfte leichte Aufschläge erhielten, wurden
bei den für Importalternativen anfälligen mittelständischen Abnahmen sogar
leichte Abschläge sichtbar.


Für alle Standard-Thermoplaste wird die Streiksituation in Frankreich im Juni
wohl Folgen zeigen, die je nach Polymer aber mehr oder minder stark ausfallen
werden.


Wo es irgend geht, wollen die PE-Anbieter die leichte Scharte des Vormonats
im Juni umgehend auswetzen und zumindest die abermalige Anhebung der
Ethylen-Referenz einholen. Das wird aber wohl nur in spezifischen Fällen
gelingen. Breitflächig zeigen die Zeichen trotz des langen Arbeitsmonats Juni
eher auf Rollover.


Auch die PP-Produzenten wollen die erneute Anhebung der Propylen-Referenz
weitergeben. Es regt sich aber zunehmend Widerstand bei den Abnehmern. Je nach
Marktlage werden sich die Entwicklungen in den einzelnen Marktsegmenten wohl
ähnlich wie im Mai entwickeln.


Der Streik in Frankreich bereitet vor allem der PVC-Welt zunehmend Sorgen.
Das zweitgrößte PVC-Erzeugerland Europas droht mit signifikanten Ausfallzeiten.
Da zudem die Ethylen-Referenz erneut nach oben ging und die Nachfrage im langen
Produktionsmonat Juni tendenziell zunimmt, ist hier mit anhaltenden Steigerungen
der Preise zu rechnen.


Die SM-Referenz zog ebenfalls wegen der Lage in Frankreich um 60 EUR/t
markant an. Dem Anstieg werden die Preise der Styrolkunststoffe wohl einheitlich
folgen.


Die Impulse beim PET sind nicht klar genug konturiert, als dass sich die
Richtung der Preise in den kommenden Wochen eindeutig bestimmen ließe. Die
prinzipielle Überversorgung hält an, andererseits stehen die Kosten in leichtem
Aufwind. Zudem verspricht der Juni als langer Arbeitsmonat guten Absatz.

Mehr Informationen zu den KI Polymerpreisen ...