10.12.2014

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste November 2014

Große Teile der Kostensenkung bei Polyolefinen und PVC eingepreist / Styrolkunststoffe leicht abwärts / PET erodiert weiter / Nochmals deutlich Nachlässe im Dezember zu erwarten

Alles Ringen half nichts, den europäischen Anbietern von Polyethylen gelang
es bei vielen Qualitäten des Portfolios, die Weitergabe der um 90 EUR/t
gesunkenen Kosten für Ethylen zu begrenzen. Einzig bei PE-HD Spritzguss konnten
die Abnehmer die Notierungen um die volle Kostensenkung drücken. Auf der anderen
Seite lagen fast alle LLD-Typen sowie die HD-Blaswaren nur bei rund der Hälfte
dessen. Hintergrund dazu war die zur Enge tendierende Versorgungslage.


Die PP-Produzenten mussten der mit 90 EUR/t ebenfalls stark gesunkenen
Kontraktreferenz für Propylen mit signifikanten Abschlägen folgen. Dabei gelang
ihnen aber selbst bei von etlichen Distributions- und Handelsangeboten
unterspülten einfachen Spritzgießtypen noch leichte Margengewinne. Bei den
Folienqualitäten sah es nochmals etwas besser für die Anbieter aus, insbesondere
bei den copolymeren Typen, deren Produktion durch das eng tendierende Hexen
eingeschränkt blieb.


So sehr sie sich auch wehren mochten, am Monatsende mussten die PVC-Anbieter
den Marktrealitäten Tribut zollen. Beim Basismaterial wurde letztlich die
anteilige Kostensenkung des Ethylens durchgewunken, bei den fertigen Mischungen
und Compounds dann wiederum meist die Anteile des Basismaterials. Die Abschläge
leicht begrenzen konnten die Anbieter von Pasten-PVC, was vor allem auf
stabilisierende Quartalsvereinbarungen zurückzuführen ist.


Die Preise für Styrolkunststoffe gaben überwiegend leicht nach. Nur bei PS
bröckelten lediglich die Preisspitzen von PS-HI-Spritzgießtypen etwas ab. Bei
EPS machte sich das Ende der Bausaison bemerkbar, leichte Preisrücknahmen auf
breiter Front prägten das Bild.


Trotz der erwarteten scharfen Korrektur von -140 EUR/t beim PX konnten die
PET-Anbieter die Zugeständnisse deutlich darunter halten. Dabei half wesentlich,
dass das drohende Überquellen der Versorgung vermieden werden konnte. Die
Stabilisierung in Asien entzog dem Markt Import-Angebote, was die Drosselungen
besser zur Geltung brachte. Der Bedarf blieb weiterhin eher mager.


Nachdem der Ethylenkontrakt abermals um 50 EUR/t tiefer abgeschlossen wurde
und die Upstreammärkte schwach bleiben, hält der Preisdruck bei PE auch im
Dezember grundsätzlich an. Die Erzeuger steuern gegen mit anhaltenden
Drosselungen, der Hoffnung auf größere Bonuskäufe und dem Verweis auf
wahrscheinliche Steigerungen im Januar. Ob das reichen wird, scheint nicht
ausgemacht.


In diesem Jahr fällt die Weihnachtspause vielerorts etwas länger als üblich
aus. Der Preisdruck wird aber in allen PP-Segmenten allein schon anhalten, weil
sich C3 mit einem erneuten Abschlag von 60 EUR/t weiterhin schwach zeigt.


Da der PVC-Markt weiterhin liquide tendiert, hält auch hier der Preisdruck
bei gesunkenen Ethylenkosten unvermindert an.


Bei den Styrolkunststoffen weist der Absturz der SM-Kontraktreferenz um 150
EUR/t auf einen recht steilen Weg nach unten. Preisabschläge sind unvermeidlich,
auch wenn die Erzeuger einen Teil der Kostenreduktion einbehalten könnten. Die
Nachfrage dürfte sich dabei wieder auf das Nötigste beschränken. Viele
Marktteilnehmer vermeiden ohnehin mit Blick auf das Jahresende den Lageraufbau,
zudem spekulieren viele auf einen weiteren Kostenrückgang im Januar.


Auch die Polyester-Strecke bleibt weiterhin unter Druck, nachdem die OPEC die
Ölförderung nicht zurückschraubt. Daher werden auch die PET-Preise im Dezember
fast sicher noch weiter nachgeben.

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