08.12.2016

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste November 2016

Kostenweitergabe scheitert an verhaltener Nachfrage / Dezember weiterhin mit schwachem Momentum / SM-Referenz treibt Styrolkunststoffe / Sonst Nachlässe wahrscheinlich

Zu Beginn des November konnten die europäischen PE-Erzeuger noch den einen
oder anderen Euro der um 30 EUR/t gestiegenen Ethylen-Referenz in die Erlöse
umsetzen. Im Monatsverlauf aber zeigte sich die Abnahmefreude der Endmärkte
immer gedämpfter, zugleich verfielen die Notierungen in der Ölstrecke. Am Ende
waren die Anbieter zufrieden, wenn sie den Rollover erreichten. PE-LLD litt
weiter unter Importen und zeigte fast durchweg Abschläge. Auch die Rohrtypen des
PE-HD ließen wegen anhaltender Absatzschwächen Federn.


Auch die Anbieter von PP mussten in den sauren Apfel von Margenverlusten
beißen. Es gelang nur in wenigen Ausnahmefällen, die gestiegenen Kosten der
C3-Referenz weiterzugeben. Eher schon neigten sich die Abschlüsse dem Rollover
entgegen, je weiter der Monat voran schritt.


Ebenso erreichten die europäischen PVC-Anbieter ihr Ziel einer
Margenverbesserung nicht. Trotz einiger produktionsseitiger Einschränkungen
führte die in der Nebensaison stark abflauende Nachfrage zu einer natürlichen
Begrenzung der Forderungen. Bei den Mischungen machten sich Anhebungen für
Modifizierer und Weichmacher treibend bemerkbar, so dass hier die Preise leicht
überproportional zum Matrixmaterial anzogen.


Bei den Notierungen der Styrolkunststoffe dagegen stoppte der generelle
Abwärtstrend der Vormonate abrupt. Mit dem Anstieg des SM-Referenzkontrakts um
40 EUR/t tendierten die Preise wieder nach oben, wenn auch nicht immer im vollen
Umfang der Kostenveränderung. Insbesondere bei PS machte sich die gute
Verfügbarkeit von Distributionsmengen bemerkbar. Ab der Monatsmitte stiegen die
SM-Spotnotierungen stark an, was die anfängliche Kaufzurückhaltung auflöste.


Die europäischen PET-Erzeuger schnappten derweil etwas mehr Luft. Der
Würgegriff günstiger Importe ließ nach, weil zum einen die Notierungen in den
asiatischen Märkten anzogen und zum anderen eben der sinkende Wechselkurs des
Euros die Lieferungen nach Europa unattraktiver erscheinen lassen. So konnten
die europäischen Anbieter trotz einer weiter eher verhaltenen Nachfrage
zumindest die leichten Kostensteigerungen bei PX und MEG wieder hereinholen.


Die Ethylen- und Propylen-Referenzen für den Dezember waren ungewöhnlich
lange umstritten. Die OPEC-Konferenz Ende November in Wien hatte mit
Einschränkungsbeschlüssen die Ölmärkte in Auftrieb versetzt. So wurden die zuvor
sich abzeichnenden substanziellen Nachlässe in Nachverhandlungen wieder
relativiert. Letztlich einigten sich die Beteiligten in den dann auf ein Minus
von 30 EUR/t für beide Olefine, womit zumindest Teile des Spotpreisverfalls im
Laufe des Novembers in die Dezember-Referenzen einflossen.


Die Grundrichtung der Preisentwicklung für PE und PP ist damit eindeutig
vorgegeben. Einige hartnäckige Anbieter sehen zwar keinen Grund, vom
Rollover-Kurs abzuweichen, andere aber gestehen die Notwendigkeit von Nachlässen
bereits ein. In dem nachfrageschwachen, letztlich nur "halben" Arbeitsmonat zum
Jahresende sind unter dem Strich Abschläge vorprogrammiert. Das gilt auch für
das wesentlich von der Ethylen-Referenz beeinflusste PVC, dessen Anbieter
ebenfalls wenige Aussichten haben dürften, den angestrebten Rollover zu
erreichen.


Der SM-Referenzkontrakt für Dezember dagegen schoss um 170 EUR/t in die Höhe.
Und dieser Kostensprung dürfte die Notierungen der Styrolkunststoffe markant in
die Höhe ziehen. Mit dreistelligen Aufschlägen bei PS und EPS ist zu rechnen.
Dies dürfte andererseits die Nachfrage im Jahresendmonat stark abwürgen.
Insofern ist offen, ob der volle Kostenanstieg bei den Polymeren eingepreist
werden kann.


Bei PET wird vor dem Hintergrund einer recht ausgeglichenen Marktlage einen
ruhiger und stabiler Verlauf erwartet.

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