13.11.2013

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste Oktober 2013

Notierungen geben durch die Bank nach / Erzeuger können den Druck der Kostensenkungen nicht abfangen / Kaufzurückhaltung / Bodenbildung aber schon im November möglich




Bei den allermeisten Sorten der europäischen Märkte für Standard-Thermoplaste kam es im Oktober 2013 trotz einer von Drosselungen dominierten geringen Produktion kaum zu Engpässen bei den Auslieferungen. Das wirft ein Schlaglicht auf die weiter anhaltende Kaufzurückhaltung der Verarbeiter und deren Endmärkte. Die Lage spiegelte sich breitflächig in absinkenden Notierungen.


Die europäischen PE-Produzenten boten ihren Kunden meist Nachlässe leicht unterhalb der voran gegangenen Kostensenkung des Ethylens um 35 EUR/t an. Insbesondere bei allen Folientypen überstiegen die letztlich gewährten Abschläge die Marke aber doch leicht. Die Spritzgieß- und Blasformtypen orientierten sich eher an der Monomerbewegung. Auch bei EVA musste der Kostenvorteil je nach Ethylengehalt anteilig weiter gegeben werden.


Den trotz der gesunkenen Ethylen-Kosten angestrebten Rollover erreichten auch die Produzenten von S-PVC Basis nicht. Die Monomernachlässe mussten bei einer weitgehend ausbalancierten Marktlage mit leichten Nachfrage-Schwächen vollständig weiter gereicht werden.


Nachdem die Propylen-Kontraktnotierung für den Oktober um 40 EUR/t gegenüber dem Vormonat nachgelassen hatte, boten die Produzenten von PP-Standardqualitäten von sich aus die Weitergabe dieser Kostensenkung in den Granulat-Preisen an. Letztlich aber holten sich die meisten Abnehmer noch etwas mehr an Abschlägen. Dann aber wurde recht gut auf die gedrosselt produzierten Mengen zugegriffen, was die Produzentenlager gegen Monatsende ausdünnen ließ.


Mit einem Rückgang von 92 EUR/t auf 1.450 EUR/t hat der Referenzkontrakt für Styrol (SM) im Oktober 2013 die Rallye der vorhergehenden Monate beendet. Die Abwärtsbewegung zog auch die Preise für die Styrolkunststoffe nach unten. Dabei mussten die PS-Produzenten die Kostenermäßigung meist in vollem Umfang weitergeben, während die EPS-Erzeuger durchweg einen Teil zur Restitution der schwachen Margen einbehalten konnten.


Mit den nachlassenden Vorproduktkosten gaben auch die europäischen Preise für PET im Laufe des Monats nach. Die Produktion blieb ebenso gedämpft wie die Nachfrage. Somit setzte sich der Senkungsimpuls ohne Störung durch die Kette fort.


Insgesamt kann im November mit einem weiteren Absinken der Notierungen gerechnet werden, allerdings wohl oft moderater als von vielen Abnehmern erhofft. Nach dem abermaligen Absacken der Olefinkontrakte um jeweils 30 EUR/t deuten sich hier Bodenbildungen an. In der Regel ist dies ein stimulierendes Signal an die Endmärkte. Zudem ist der November ein "langer" Produktionsmonat. Dazu kommen ein relativ niedriger Rohstoffbestand bei etlichen Verarbeitern sowie einige durch Jahresmengen-Bonus getriebene Zusatzabrufe.


Andererseits geht die Bausaison in die Endphase, was die entsprechenden Produkte insbesondere bei PVC und EPS stärker drücken sollte. Dazu korrigierte die erste Styrol-Kontraktreferenz das hohe Niveau des Aromaten-Derivats überraschend stark um -85 EUR/t. Das deutet auf doch stärker sinkende Preise bei den Styrolkunststoffen hin.

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