25.11.2015

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard-Thermoplaste Oktober 2015

Kostensenkungen bei den Polyolefinen und PVC breitflächig weiter gegeben / PS teils mit Einbehalten, PET nur leicht verbessert /

Den europäischen PE-Anbietern
ist auch im Oktober 2015 die Verteidigung ihrer erreichten Margenhochstände
gelungen. Über das ganze Portfolio hinweg wurde weitgehend nur die
Kostensenkung des Ethylen durchgereicht. Einzig bei den stark importlastigen
Folienqualitäten des PE-LLD (C4) sackten die Notierungen etwas mehr ab, dies
allerdings von enorm hohem Niveau kommend. Letztlich blieb die Marktlage in
Balance, wenn auch mit latenten Verengungstendenzen.

Entgegen der anfänglichen
Hoffnungen der PP-Anbieter gelang ihnen kein Einbehalt von Teilen der erneut
dreistelligen Kostensenkung für Propylen. Sie waren aber letztlich zufrieden,
die sehr hohen Margen erhalten blieben. Die Abnehmer mussten sich überwiegend
zähneknirschend mit der reinen Kostenweitergabe abfinden. Trotz individueller
Probleme bei einem der großen Erzeuger war der Markt ausreichend versorgt.

Bei PVC überwog die
Weitergabe der Kostenreduktion durch C2 (anteilig 20 EUR/t), nur bei großen
Abnehmern ging die Höhe der Abschläge auch etwas darüber hinaus. Bei den
abgemischten Typen wirkten sich auch Ermäßigungen für die Zuschlagstoffe wie
Titandioxid, Modifizierer und Weichmacher auf die Preise aus. Der Markt war
ausreichend versorgt, auch wenn beim Basismaterial geplante und ungeplante
Anlagenstillstände das Angebot einschränkten.

Dem Absturz der
SM-Kontraktreferenz um 210 EUR/t konnten sich die Notierungen der
Styrolkunststoffe nicht entziehen - auch sie rauschten dreistellig in die
Tiefe. Allerdings gab es große Unterschiede hinsichtlich des Ausmaßes der
Abschläge. Insbesondere bei PS profitierten die Anbieter von einer tendenziell
angespannten Versorgungslage, so dass sie einen ansehnlichen Teil der
Kostenreduktion zur Margenverbesserung einbehalten konnten. In geringerem
Umfang gelang dies auch den Produzenten von EPS-Dämmstoffen.

Den europäischen
PET-Produzenten ist es nicht gelungen, die angespannten Margen substanziell zu
verbessern. Nur bei Kleinabnahmen und Flaschenwaren konnten sie die Preise
etwas über die Kostenveränderung hinaus anheben.

Für den November haben die
PE-Produzenten trotz unveränderter Ethylenreferenz Erhöhungen zwischen 50 und
80 EUR/t ausgerufen. Dies dürfte jedoch eher zum Reich der frommen Wünsche
gehören. Die stabilen Kosten zeichnen den Weg der Notierungen vor. Ein
Unsicherheitsfaktor bleibt allerdings die Abhängigkeit von bisweilen
flatterhaften Importen.

Auch wenn sich das
Abwärtsmomentum bei Propylen abgeschwächt hat - die Referenz ging um 40 EUR/t
zurück - bleibt es nichtsdestoweniger fundamental in Kraft. Eine Einkürzung der
Weitergabe der Kostensenkung wäre bereits ein klarer Erfolg der Anbieter, die
taktisch den Rollover ausgerufen haben.

Bei PVC ist allenfalls bei
den Mischungen mit weiteren Preisrücknahmen zu rechnen, da sich bei
Zuschlagstoffen weitere Reduktionen abzeichnen. Keine wesentliche Änderung ist
angesichts des Rollovers der C2-Referenz für die reinen Typen zu erwarten.

Die Talfahrt der PS-Notierungen
wird sich wohl fortsetzen, wenn auch nicht mehr in dem rasanten Tempo wie
zuletzt. Die SM-Kontraktreferenz korrigierte nur noch leicht um 30 EUR/t. Die
Verarbeiter werden auf die volle Weitergabe der Kostenermäßigung drängen,
zumindest leichte Abschläge sind wahrscheinlich.

Bei PET zeichnet sich die
Rückkehr zu dem Abwärtstrend der vergangenen Monate ab. Denn die
PX-Spotnotierungen deuten auf rückläufige Kosten hin, und das Angebot dürfte
sich nach der Wartungssaison wieder verbessern.

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