14.10.2014

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard Thermoplaste September 2014

Kostensenkungen schlagen sich in fallenden Notierungen nieder / Nachfrage oft unter Erwartungen / Stabilisierung mit Festigungstendenzen im Oktober / PET bleibt unter Druck

Die sinkenden
Vorproduktnotierungen zogen im September auch die Preise für europäische
Standard-Thermoplaste breitflächig nach unten. Auf das Abrutschen der
Ethylennotierung um 55 EUR/t reagierten die PE-Anbieter mit Abschlagsangeboten
von 30 EUR/t. Je nach Marktlage bei den einzelnen Typen reichten die Nachlässe
dann von 30 EUR/t bis zur kompletten Weitergabe der Kostensenkung. Insgesamt
zeigte sich die Nachfrage relativ verhalten, unter dem eigentlich für den
September üblicherweise erwartbaren Niveau. Das trug zur Begrenzung der
Anbieterpläne bei.

Auch bei PP boten die
europäischen Produzenten nach dem Nachgeben der C3-Notierung um 50 EUR/t meist
Abschläge von 30 EUR/t an. Ein regional bedrängter Anbieter drückte allerdings
über die Distribution günstige Mengen in den europäischen Markt, was zum
weiteren Abblättern bis zur vollständigen Weitergabe der Kostensenkung bei vielen
Typen führte. Nur hier und da konnten die Anbieter marginale
Margenverbesserungen erzielen, meist bei Folienqualitäten.

Sie mochten sich sträuben, am
Ende blieb den PVC-Anbietern aber nichts anderes übrig, als die
Ethylen-Kostennachlässe an die Abnehmer weiterzugeben. Tendenziell wurde es
durch die nach bereits zwei schwachen Monaten nochmals unter den Erwartungen
liegende Nachfrage aus dem Bausektor sogar etwas mehr.

Auch die Preise für
Styrolkunststoffe sind nach dem Rückgang der SM-Kontraktnotierung auf breiter
Front gesunken. Während die Erzeuger von EPS einen kleinen Teil des
Kostenabschlags einbehalten konnten, wurde die Reduktion am PS-Markt meist in
vollem Umfang an die Verarbeiter weiter gegeben.

Es brauchte ungewöhnlich
lang, bis der Kontraktpreis für das PET-Vorprodukt PX gefunden war. Am Ende
wurden August- und September-Fixierungen Mitte September parallel durchgeführt.
Nach Zuschlag im August folgte ein Nachlass im September, mit dem man letztlich
rund 10 EUR/t unter dem Juli landete. Durch die lange Unklarheit auf der
Kostenseite fiel der Rutsch bei PET mit rund -20 EUR/t letztlich moderat aus.

Wer von den Käufern sich im
September taktisch zurückgehalten hat, könnte vom Oktober zumindest leicht
enttäuscht werden. Bei stabiler Kostenlage könnte es jedenfalls bei vielen PE
wegen enger tendierenden Marktlagen zu Teilumsetzungen der ausgerufenen
Anbieter-Forderungen von bis zu +30 EUR/t reichen. Der Trend zeigt eher wieder leicht
auf- als weiter abwärts.

Auch bei PP könnten
Verengungstendenzen beim Angebot zumindest in der ersten Monatshälfte eventuell
zu leichten Zugewinnen für die Produzenten führen, die meist +20 EUR/t
ausgerufen haben. Es könnte aber in vielen Fällen jedoch beim Rollover bleiben.
Vor allem im Spritzguss-Sektor machen sich Dämpfer bei der Automobilzulieferung
bemerkbar.

Der Rollover ist ebenfalls
bei PVC zu prognostizieren, obwohl die Anbieter meist +20 EUR/t fordern.
Anhebungen sind bei eher flauer Nachfrage aber unwahrscheinlich. Auch bei den
Styrolkunststoffen sind nur geringe Veränderungen der Großwetterlage zu
erwarten. Der Mengenbedarf dürfte allen Styrolkunststoffen in etwa auf
Vormonatsniveau bleiben, und auch seitens der Vorprodukte zeichneten sich bis
Redaktionsschluss allenfalls geringe Preisveränderungen ab.

Bei PET sind dagegen weiter
sinkende Preise zu erwarten. Überversorgte asiatische Polyestermärkte, neue
PET-Mengen in Europa verbünden sich mit der durch die kühle Witterung gedrückte
schwächelnden Nachfrage.

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