12/10/2015

KI - Polymerpreis-Reporte

Standard Thermoplaste September 2014

Kostensenkungen schlagen sich in fallenden Notierungen nieder / Nachfrage oft unter Erwartungen / Stabilisierung mit Festigungstendenzen im Oktober / PET bleibt unter Druck

Die sinkenden Vorproduktnotierungen zogen im September auch die Preise für
europäische Standard-Thermoplaste breitflächig nach unten. Auf das Abrutschen
der Ethylennotierung um 55 EUR/t reagierten die PE-Anbieter mit
Abschlagsangeboten von 30 EUR/t. Je nach Marktlage bei den einzelnen Typen
reichten die Nachlässe dann von 30 EUR/t bis zur kompletten Weitergabe der
Kostensenkung. Insgesamt zeigte sich die Nachfrage relativ verhalten, unter dem
eigentlich für den September üblicherweise erwartbaren Niveau. Das trug zur
Begrenzung der Anbieterpläne bei.


Auch bei PP boten die europäischen Produzenten nach dem Nachgeben der
C3-Notierung um 50 EUR/t meist Abschläge von 30 EUR/t an. Ein regional
bedrängter Anbieter drückte allerdings über die Distribution günstige Mengen in
den europäischen Markt, was zum weiteren Abblättern bis zur vollständigen
Weitergabe der Kostensenkung bei vielen Typen führte. Nur hier und da konnten
die Anbieter marginale Margenverbesserungen erzielen, meist bei
Folienqualitäten.


Sie mochten sich sträuben, am Ende blieb den PVC-Anbietern aber nichts
anderes übrig, als die Ethylen-Kostennachlässe an die Abnehmer weiterzugeben.
Tendenziell wurde es durch die nach bereits zwei schwachen Monaten nochmals
unter den Erwartungen liegende Nachfrage aus dem Bausektor sogar etwas mehr.


Auch die Preise für Styrolkunststoffe sind nach dem Rückgang der
SM-Kontraktnotierung auf breiter Front gesunken. Während die Erzeuger von EPS
einen kleinen Teil des Kostenabschlags einbehalten konnten, wurde die Reduktion
am PS-Markt meist in vollem Umfang an die Verarbeiter weiter gegeben.


Es brauchte ungewöhnlich lang, bis der Kontraktpreis für das PET-Vorprodukt
PX gefunden war. Am Ende wurden August- und September-Fixierungen Mitte
September parallel durchgeführt. Nach Zuschlag im August folgte ein Nachlass im
September, mit dem man letztlich rund 10 EUR/t unter dem Juli landete. Durch die
lange Unklarheit auf der Kostenseite fiel der Rutsch bei PET mit rund -20 EUR/t
letztlich moderat aus.


Wer von den Käufern sich im September taktisch zurückgehalten hat, könnte vom
Oktober zumindest leicht enttäuscht werden. Bei stabiler Kostenlage könnte es
jedenfalls bei vielen PE wegen enger tendierenden Marktlagen zu Teilumsetzungen
der ausgerufenen Anbieter-Forderungen von bis zu +30 EUR/t reichen. Der Trend
zeigt eher wieder leicht auf- als weiter abwärts.


Auch bei PP könnten Verengungstendenzen beim Angebot zumindest in der ersten
Monatshälfte eventuell zu leichten Zugewinnen für die Produzenten führen, die
meist +20 EUR/t ausgerufen haben. Es könnte aber in vielen Fällen jedoch beim
Rollover bleiben. Vor allem im Spritzguss-Sektor machen sich Dämpfer bei der
Automobilzulieferung bemerkbar.


Der Rollover ist ebenfalls bei PVC zu prognostizieren, obwohl die Anbieter
meist +20 EUR/t fordern. Anhebungen sind bei eher flauer Nachfrage aber
unwahrscheinlich. Auch bei den Styrolkunststoffen sind nur geringe Veränderungen
der Großwetterlage zu erwarten. Der Mengenbedarf dürfte allen Styrolkunststoffen
in etwa auf Vormonatsniveau bleiben, und auch seitens der Vorprodukte zeichneten
sich bis Redaktionsschluss allenfalls geringe Preisveränderungen ab.


Bei PET sind dagegen weiter sinkende Preise zu erwarten. Überversorgte
asiatische Polyestermärkte, neue PET-Mengen in Europa verbünden sich mit der
durch die kühle Witterung gedrückte schwächelnden Nachfrage.

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