05.07.2010

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Start für "Netzwerk Innovative Werkstoffe"

Schnell und effizient von der Idee zum Produkt
Das Netzwerk Innovative Werkstoffe hat sich vorgenommen, das Rheinland als Kompetenzschwerpunkt für dieses Thema entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu profilieren. "Wir wollen synergistische Kooperationen von Unternehmen fördern und so dazu beitragen, die Umsetzung von Innovationen in marktfähige Produkte zu beschleunigen", erläuterte Wolfgang Paczenski, Sprecher des Netzwerks und bisher Standortleiter Leverkusen der polyMaterials AG. Neben dem unternehmerischen Erfolg der Kooperationspartner zielt die Arbeit des Netzwerks auch auf eine nachhaltige Steigerung der Attraktivität des Rheinlands für Unternehmens-Neuansiedlungen bzw. Investitionen im Bereich Innovative Werkstoffe.
Das regionale Netzwerk könne dazu beitragen, Kompetenzfelder verschiedener Unternehmen frühzeitig zu erkennen und zu bündeln und attraktive Technologie- oder Werkstoffprojekte zu begleiten.

Wie attraktiv das Rheinland schon heute als Investitionsregion ist, belegte Dr. Dieter Porschen, Sprecher der IHK-Initiative Rheinland, anhand von Ergebnissen einer kürzlich von den Industrie- und Handelskammern durchgeführten Unternehmensbefragung. Danach ist das Rheinland im Vergleich mit anderen Metropolregionen die leistungsstärkste und bevölkerungsreichste Region mit ausgeprägtem Innovationspotenzial und starker Ausrichtung auf den Dienstleistungssektor.
Dennoch biete die produzierende Industrie, auch als Auftraggeber für solche Dienstleistungen, ein stabiles Fundament für Wachstum, betonte Porschen. Ein weiterer wichtiger Standortfaktor im Rheinland ist die sehr gut ausgebildete Verkehrsinfrastruktur.

Entsprechend der Zielsetzung gehören neben den Industrie- und Handelskammern, den Wirtschaftsförderungseinrichtungen vor allem aus Leverkusen, Dormagen, Rheinkreis Neuss und Krefeld und dem Chempark mit seinen Standorten in Dormagen, Leverkusen und Krefeld zu den Initiatoren des Netzwerks, außerdem Hochschulen und Forschungsinstitute, die Kölner Messegesellschaft, die Standortmarketinggesellschaft Cologne Bonn Business sowie ChemCologne. Eine zentrale Rolle bei der Einbindung des Netzwerks in die vielfältigen landesweiten Aktivitäten zur Innovations- und Wirtschaftsförderung spielt der Landescluster NanoMikro+Werkstoffe (NMW).
Dazu sagte Harald Cremer, Clustermanager NMW.NRW: "Mehr als zwei Drittel aller technischen Neuentwicklungen hängen schon heute mittelbar oder unmittelbar von innovativen Werkstoffen ab. Oft sind solche Innovationen Gemeinschaftsleistungen mehrerer Partner, und genau hier kann das neue Netzwerk wichtige Beiträge leisten."

Kompetenzen und Potenziale der Region Rheinland entwickeln
"Vertrauen und gegenseitiges Verständnis sind Schlüsselvoraussetzungen für erfolgreiche Kooperationen. Diese Voraussetzungen zu schaffen, dazu kann das Netzwerk als Katalysator beitragen", formulierte Wolfgang Paczenski bei der Pressekonferenz zum "materials day".
"Unsere Region verfügt bereits über ein beachtliches Potenzial an industrieller Werkstoffkompetenz und über Ressourcen für Forschung und Entwicklung auf dem Werkstoffgebiet", fuhr er fort. Derzeit werde mit gezielten Befragungen daran gearbeitet, ein möglichst vollständiges Bild dieser Kompetenzlandschaft als Grundlage für eine möglichst effiziente Tätigkeit des Netzwerks zu erhalten. "Wenn wir uns unserer Stärken erst einmal in vollem Umfang bewusst sind, wird es uns sicher gelingen, sie in Zukunft noch weiter auszubauen", zeigte sich Paczenski überzeugt.

Interdisziplinärer Dialog als Erfolgsfaktor
Dr. Roman Milczarek, Vice President Strategic Business Development beim international tätigen Bremsbelaghersteller TMD Friction, betonte insbesondere Anliegen und Erwartungen der mittelständischen Wirtschaft in der Region. "Gerade mittelständische Unternehmen spielen für einen effizienten Innovationsprozess eine wichtige Rolle. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Netzwerke einen erheblichen Beitrag leisten können, Innovationen schneller in den Markt zu bringen. In der Automobilbranche wurden aufgrund der traditionell hohen Unternehmensvernetzung diesbezüglich bereits deutliche Erfolge erzielt", erläuterte Milczarek.

Prof. Dr. Dieter Georg Senk, Sprecher des Forums für Materialswissenschaft und Werkstofftechnik der RWTH Aachen, erklärte: "Mit 68 Hochschulen, über 500 000 Studierenden und mehr als 50 außeruniversitären Forschungseinrichtungen besitzt Nordrhein-Westfalen die dichteste Wissenschafts- und Forschungslandschaft in Europa. Gleichzeitig ist Nordrhein-Westfalen einer der wichtigsten europäischen Industriestandorte. Die Leistungsfähigkeit dieser Forschungsinstitutionen und Unternehmen hängt zunehmend von der Einbettung in vernetzte Strukturen ab."

Gerald Böse, Hauptgeschäftsführer der Kölner Messegesellschaft, unterstrich in der Veranstaltung das besondere Engagement der Koelnmesse für das Thema "Innovative Werkstoffe" zusätzlich mit einer Ankündigung. Am 15. und 16. März 2011 werde in Köln unter dem Titel InnoMateria in Kooperation mit dem Landescluster NanoMikro+Werkstoffe (NMW.NRW) eine kombinierte Messe- und Kongressveranstaltung zum Thema "Leichtbau mit innovativen Materialien" stattfinden. Diese solle ein Forum für Unternehmen, Institutionen und Experten aus der Region und darüber hinaus sein.

Akzente für den interdisziplinären Dialog setzte im Rahmen der Festveranstaltung auch eine Podiumsdiskussion, an der neben Vertretern aus Wirtschaft, akademischer Forschung und der Kölnmesse auch der Sprecher des Netzwerks teilnahm.

Insgesamt sieben Ausstellungsinseln im Foyer beleuchteten unterschiedliche Aspekte des Themas "Innovative Werkstoffe", darunter Aus- und Fortbildung, Forschung und Entwicklung, interdisziplinäre Kooperationen, Produktion und Vermarktung sowie Wirtschaftsförderung im Rheinland.

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