04.12.2013

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Stoff-Wechsel - Auf dem Weg zu einer solaren Chemie für das 21. Jahrhundert

Die gegenwärtige organisch-chemische Produktion geht zu fast 90 % von fossilen Rohstoffen aus. Sie ist damit stärker von Erdöl und Erdgas abhängig als die Energieerzeugung - ein wichtiger Grund dafür, dass neben der Energiewende eine "Chemie-Wende" kaum zu umgehen ist. Das bedeutet für den Verfasser: "Die Zukunft unserer Alltagschemie muss und wird neu gestaltet werden." Dies ist der wichtigste Grund für das vorliegende Buch, in dem die Erkenntnisse und Erfahrungen eines Chemikers ihren Niederschlag gefunden haben, der als Wissenschaftler und Unternehmer Pionierleistungen bei der Erschließung natürlicher Rohstoffe für die chemische Produktion vollbracht hat. Er folgt hierbei einer Vision des amerikanischen Industriellen Henry Ford, der mit der Einführung der Fließbandproduktion Maßstäbe gesetzt hat. 1923 empfahl Ford bereits, dass sich die Landwirte künftig als Industrielle betrachten sollten mit "Abscheu vor Verschwendung an Material und Arbeitskraft". Nach seiner Meinung wird die Landwirtschaft dann zu den am wenigsten risikoreichen und den größten Gewinn bringenden Beschäftigungen gehören. Der Verfasser benutzt das Wort "Stoff-Wechsel" für die Ablösung des Rohstoffes Erdöl durch Naturprodukte. Er erinnert im einführenden Kapitel an die chemischen Prozesse des Stoffwechsels von Organismen, an die Prozesse in der Umwelt sowie an die Notwendigkeit einer Wende in der Chemie, der "die Rohstoffe ausgehen". Im zweiten Kapitel kritisiert er die praktizierte "harte Chemie" auf Erdölbasis als "auslaufendes Modell des 19. Jahrhunderts". Es folgen "Momentaufnahmen aus der Alltagschemie" (Kapitel 3), Betrachtungen zu "Magie und Vielfalt der Stoffe" (Kapitel 4) und zu chemischen Umwandlungen (Kapitel 5). Die anschließenden Themen kommen in den folgenden Überschriften zum Ausdruck: "Stoff-Wechsel auf die geniale Art: >>Solare Chemie<<"; "Auf dem Weg zu einem nachhaltigen Gebrauch der Stoffe"; "Beispiele solarer Chemie, die Wege aufzeigen und Mut machen"; sowie "Chemie aus dem vollen Leben: die Zukunft der solaren Chemie". Der Verfasser betont: "Für praktisch jedes aus Erdöl hergestellte Produkt der Alltagschemie gibt es einen Ersatz auf erneuerbarer Grundlage". Der Übergang zur Nutzung nachwachsender Rohstoffe bietet, wie der Verfasser zeigt, nicht nur Versorgungssicherheit, sondern auch eine größere Vielfalt von Roh- und Werkstoffen. So wurden an der FH Hannover bereits 700 Biopolymere registriert. Ein Verzicht auf Lebensqualität und speziell an Komfort ist nicht zu erwarten. Nach den neuesten Verlautbarungen der Nova-Institut GmbH zur Entwicklung der Produktion von Biokunstoffen hat der Anteil dieser Werkstoffe am Weltverbrauch an Kunststoffen mit 3,5 Mio. t gerade 1,5 % erreicht. 2020 könnte die Produktion an Biokunststoffen 12 Mio. t erreichen. Zu den orientierenden Beispielen für die chemische Nutzung von Rohstoffen aus der Natur gehören neben den Biokunststoffen Faserstoffe, Faserverbundwerkstoffe, Farben, Klebstoffe sowie Wasch- und Reinigungsmittel. Nach den Vorschlägen des Verfassers sollte diese Konversion im Zeitraum 2040 bis 2050 abgeschlossen werden. Bis zum Jahr 2025 hält er einen Anteil von 30 % von Produkten der solaren Chemie für möglich. Der Verfasser stützt sich in seinen Darlegungen, die spannend geschrieben sind, auf gründliche Recherchen. Für seine sorgfältige Arbeitsweise sprechen 19 Seiten mit Anregungen zu den neun Kapiteln des Buches, mit dem er sicherlich einen großen Leserkreis ansprechen wird. Besonders zu beachten sind die Hinweise des Verfassers auf die Bedeutung des warenkundlichen Wissens sowie seine Mahnung, der Warenkunde eine größere Beachtung zu schenken, ganz speziell im Bildungswesen - bis zur Universität. - GG -

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