10.05.2010

Studie: Alternativen zu Amalgam als Zahnfüllung - Teilnehmer für Studie gesucht

Zahnklinik der Uni Witten/Herdecke testet neue Werkstoffe für den Fall, dass die Vereinten Nationen das Quecksilber schon 2011 verbieten.

Für 2011 haben sich die Vereinten Nationen das Verbot von Quecksilber vorgenommen. "Wir müssen abwarten, wie und mit welchen Fristen das umgesetzt wird", meint Dr. Rainer Jordan von der Zahnklinik der Universität Witten/Herdecke, "aber für uns Zahnärzte hieße das: Keine Amalgam-Füllungen mehr, denn die bestehen zur Hälfte aus Quecksilber. Wir müssen dann neue Materialen haben und deswegen wollen wir testen, welche Alternativen am besten sind." Dazu sucht die Zahnklinik der Universität Witten/Herdecke Teilnehmer für eine Studie, die Verarbeitung und Haltbarkeit von neuen Kunststoffen testet. "Alle neuen Materialien haben sämtliche nötigen Verträglichkeitsprüfungen einwandfrei bestanden und sind für die Behandlung zugelassen. Darüber braucht sich niemand Sorgen zu machen, der teilnehmen möchte", beruhigt Dr. Jordan mögliche Bedenken.

Als Alternativen bieten sich einerseits zahnfarbene Kunststoffe an, die mit UV-Licht gehärtet werden. "Da gibt es neue Materialien, die in dickeren Schichten und schneller als bisher verarbeitet werden können", beschreibt Dr. Jordan das Testfeld. Andererseits kommen Zwei-Komponenten-Füllungen in Betracht, die durch eine chemische Reaktion aushärten. Außerdem wollen die Wittener Zahnärzte einen neuartigen Kleber für die Füllungen testen, der die bisher drei Arbeitsschritte in einem möglich macht. "Uns geht es in erster Linie um die Festigkeit und Alltagstauglichkeit der Materialien für den Patienten. Darum suchen wir rund 100 Teilnehmer, die an dieser Studie teilnehmen wollen. Sie bekommen die Füllungen umsonst, müssen aber an drei Nachuntersuchungen in 18 Monaten teilnehmen", erläutert Dr. Jordan das Verfahren, schränkt den Personenkreis aber auch ein: "Damit die neuen Materialien auch einer harten Belastungsprobe ausgesetzt werden, sollten die Füllungen mitten im Kaubereich der Backenzähne liegen."

Weitere Informationen bei Dr. Rainer A. Jordan unter 02302 / 926-629 oder Andreas.Jordan@uni-wh.de

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