02.07.2012

Hochschule Esslingen

Studierende entwickeln Roboter für das Krawattenbinden

Noch ist es ein Prototyp: Der Krawattenbindeautomat, den Studierende der Hochschule Esslingen in Göppingen im Labor Feinwerktechnik entwickelt haben.

Es sind noch kleine technische Hürden, mit denen die Studierenden im sechsten Semester der Hochschule Esslingen zu kämpfen haben – der Prototyp ihres Krawattenbindeautomat läuft noch nicht komplett rund. Seit einem guten Jahr tüfteln verschiedene Projektgruppen aus dem Fachbereich der Feinwerktechnik an der Herausforderung, einen solch speziellen Roboter zu bauen, ohne tatsächlich einen Roboter einzusetzen. „Die Vorgabe war, den Krawattenbinder möglichst klein zu bauen, damit er zum Beispiel in einen Schrank passt“, erklärt Professor Thomas Stocker, Studiengangleiter der Feinwerktechnik an der Hochschule Esslingen in Göppingen. Und genau das sei die Aufgabe des Fachbereichs, der in Göppingen nun ein neues Profil erhalten hat. „Wir werden unseren Schwerpunkt künftig mehr auf die Mechanik legen, weniger auf die Elektronik“, erklärt Thomas Stocker.

Der Impuls, die Lehrinhalte zu ändern, sei aus Umfragen bei den Absolventen und Studierenden entstanden, die immer wieder berichteten, dass der Bedarf der Industrie eher in diesem Bereich der Feinwerktechnik liegt. Der Krawattenbindeautomat indes ist eine Aufgabe, die die angehenden Ingenieure als Projektarbeit in einer Gruppe erarbeiten müssen – ergebnisoffen. So hat es auch für den Krawattenbinder mehrere Ansätze gegeben, bis er soweit funktionsfähig war, dass er tatsächlich einen Krawattenknoten binden konnte. „Man braucht dazu viele kleine Motoren und andere Bauteile im Kleinformat, die man entsprechend kombinieren muss, damit die ,Maschine’ am Ende funktioniert“, erklärt Thomas Stocker.

Bis der Krawattenbinder allerdings in Serie gehen kann, wird es noch dauern – noch ist die Konstruktion zu aufwändig und nicht 100 Prozent zuverlässig. „Es gibt noch Optimierungsbedarf“, weiß Thomas Stocker – die Projektgruppe hat also noch etwas arbeit vor sich, bis alles rund läuft. Die Studierenden der Feinwerktechnik sind gefragt - vor allem in der Medizintechnik, bei der Entwicklung biotechnologischer Geräte oder auch zum Beispiel in der Unterhaltungsgerätetechnik. „Das sind nur einige Beispiele“, sagt Thomas Stocker, denn im Grunde ist die Feinwerktechnik überall, weil alle Geräte immer kleiner werden, was auch die Herausforderung in diesem Beruf sei.

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