12/02/2010

Studium: "Technologie der Funktionswerkstoffe" freut sich über erste Absolventen

Drei Jahre Pionierarbeit liegen hinter ihnen: 13 junge Männer und eine Frau haben an der Uni Würzburg als allererste den Bachelor-Studiengang "Technologie der Funktionswerkstoffe" (TecFun) abgeschlossen.

Bei einer Feierstunde im historischen Festsaal des ISC beglückwünschte Professorin Ulrike Holzgrabe, Dekanin der Fakultät für Chemie und Pharmazie, die Absolventen. Wie bei allen komplett neuen Angeboten habe es auch in den Abläufen des TecFun-Studiengangs immer wieder geknirscht. Diese Anlaufschwierigkeiten seien aber nicht zuletzt dank des Engagements der Studierenden bewältigt worden.

An den Start des Studiengangs im Winter 2006/07 erinnerte Professor Gerhard Sextl, Leiter des ISC und Inhaber des Lehrstuhls für Chemische Technologie der Materialsynthese an der Universität: "Sie haben Pionierarbeit geleistet", sagte er zu den Absolventen. Neuland betreten diese auch weiterhin - denn alle 14 sind nun im TecFun-Master-Studiengang eingeschrieben, der in diesem Wintersemester neu gestartet ist.

Wie es war, Pionier zu sein? "Nicht immer einfach!" Dieses Fazit zogen Verena Kleiner und Manuel Röder, die in einem humorvollen Vortrag einen Blick zurück aufs Bachelor-Studium warfen. Danach bekamen die Absolventen ihre Urkunden überreicht. Fürs Gruppenfoto warfen sie die eigens für die Feier gebastelten Hüte hoch in die Luft - ganz wie es sich gehört.

Die Herstellung von Funktionswerkstoffen spielt im Würzburger Studiengang eine große Rolle. Funktionswerkstoffe sind wichtig für die Informations- und Kommunikationstechnologie, im Maschinen- und Anlagenbau sowie in der Verkehrs- und Medizintechnik.

Beispiel: Medizinische Implantate, die dank spezieller Beschichtungen besonders gut vom Organismus angenommen werden. Oder Piezo-Werkstoffe, die unter mechanischer Belastung elektrische Spannung erzeugen oder sich verformen, wenn man Spannung an sie legt. Mit solchen Werkstoffen lassen sich zum Beispiel mechanische Kräfte, die beim Fliegen auf ein Flugzeug einwirken, in elektrische Signale umwandeln. Techniker können dann erkennen, ob Materialermüdungen oder Schäden an der Flugzeugoberfläche vorliegen.

Den ingenieurwissenschaftlichen Bachelor-Master-Studiengang "Technologie der Funktionswerkstoffe" tragen die Fakultäten für Physik, Chemie und Medizin der Universität Würzburg in Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Silicatforschung (ISC), der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt, dem Bayerischen Zentrum für Angewandte Energieforschung und dem Süddeutschen Kunststoffzentrum. Die unterschiedlichen Arbeitsschwerpunkte der Partner garantieren den Studierenden eine breite interdisziplinäre Ausbildung.

Weitere Informationen
Prof. Dr. Gerhard Sextl, T (0931) 4100-100, gerhard.sextl@matsyn.uni-wuerzburg.de

Quelle: Universität Würzburg