13.02.2013

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Sumitomo (SHI) Demag: Erste vollelektrische IntElect-Spritzgießmaschine für Volkswagen

Vor kurzem hat die Volkswagen AG im Werk Braunschweig die erste vollelektrische Maschine IntElect 220-1100 der Sumitomo (SHI) Demag GmbH, Schwaig, in Betrieb genommen, teilt der Maschinenbauer mit. Die Maschine produziert Lichtdrehschalter-Blenden für den Golf VII. Die IntElect-Maschine bietet laut Anbieter bei der Herstellung der Präzisionsbauteile kürzere Zykluszeiten und eine minimale Ausschussquote.

Ein wesentlicher Vorteil der Baureihe IntElect im Vergleich zu hydraulischen Maschinen ist den weiteren Angaben zufolge der geringe Energieverbrauch der innovativen Direktantriebe beim Plastifizier- und Einspritzvorgang sowie beim Öffnen und Schließen des Werkzeugs. Zudem werde die Abbremsenergie jeder Hauptachse für den Energiebedarf der anderen Achsen zwischengespeichert. So würden die IntElect-Maschinen bis zu 85 Prozent Energie gegenüber herkömmlichen Lösungen sparen. Da die Direktantriebe weniger Energie in Wärme umsetzten als Hydraulikantriebe, sei außerdem weniger Kühlleistung nötig als bei vergleichbaren konventionellen Maschinen.

"Energieeffizienz immer wichtiger"
"Energieeffizienz spielt in unseren Produktionsprozessen entlang der Wertschöpfungskette eine immer wichtigere Rolle. Die vollelektrische IntElect-Maschine von Sumitomo (SHI) Demag leistet dazu einen wesentlichen Beitrag", erläutert Marco Heinemann, der im Werk Braunschweig für das Projektmanagement bei Neuanläufen zuständig ist. Jens Pedersen, VW-Mitarbeiter der Werktechnik ergänzt: "Durch den Einsatz der IntElect konnten wir die Zykluszeit um 15 Prozent gegenüber einer hydraulischen Maschine verbessern. Gleichzeitig sind wir in der Lage, den Ausschuss durch die erhöhte Präzision und Wiederholgenauigkeit zu verringern." Karsten Goebel, der ebenfalls für die Werktechnik in Braunschweig tätig ist, fügt hinzu, dass die enorme Laufruhe der Maschine verglichen mit einer hydraulischen Maschine bemerkenswert sei.

Der Standort Braunschweig gilt als ein wichtiger Systemlieferant für die Fahrzeuge des Volkswagen Konzerns. In nahezu allen VW-Fahrzeugen sind Teile aus dem Werk Braunschweig verbaut, dazu gehören beispielsweise Vorderachsen, Hinterachsen, Lenkungen, Achsmodule, Dämpfer/Fußhebel sowie ein umfangreiches Sortiment von Kunststoffbauteilen. Im Bereich Kunststofftechnik werden in Braunschweig täglich 60 Tonnen Granulat angeliefert und mit 132 Spritzgießmaschinen, 447 Spritzgießwerkzeugen und zwei Lackieranlagen zu 500 verschiedenen Produkten, beispielsweise für das Fahrzeuginterieur, verarbeitet.

Konzept "Think Blue. Factory."
Die Marke Volkswagen hat sich mit dem Konzept "Think Blue. Factory." klare Ziele für die ökologisch nachhaltige Aufstellung aller Fabriken gesteckt: Bis zum Jahr 2018 sollen demnach in allen Volkswagen Werken der Energie- und Wasserverbrauch sowie die Abfallmengen und die Emissionen um 25 Prozent gesenkt werden.