26.06.2014

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TU Berlin: Trauer um Prof. Helmut Käufer

Am 20. Mai 2014 ist o. Prof. Dr. Helmut Käufer verstorben. Prof. Käufer leitete von 1973 bis zu seiner Emeritierung 1992 das Fachgebiet "Polymertechnik/Kunststofftechnikum" am Institut für Werkstoffwissenschaften der Technischen Universität Berlin.

Helmut Käufer wurde am 20. September 1924 in München geboren. Er studierte von 1946-1951 an der Technischen Hochschule München Maschinenbau/Physikalische Chemie und promovierte dort im Jahre 1952 über die Physik der Hochpolymere.

Nach der Promotion arbeitete Helmut Käufer über 20 Jahre lang in leitenden Positionen in der Kunststoffindustrie, bevor er 1973 einen Ruf an die TU Berlin annahm. Dort übernahm er einen neu eingerichteten Lehrstuhl auf dem Gebiet der Kunststoffe, zusammen mit der Leitung des ebenfalls neu eingerichteten Kunststofftechnikums. An dessen Aufbau war Helmut Käufer maßgeblich beteiligt, und dessen Forschungsarbeiten hat er entscheidend geprägt. So entwickelten Prof. Käufer und seine Mitarbeiter im Kunststofftechnikum in Zusammenarbeit mit Industriepartnern eine neuartige Steuerung für Spritzgießmaschinen, die sich selbsttätig auf das jeweilige Werkzeug und das zu fertigende Werkteil einstellt. Darüber hinaus leistete Prof. Käufer wichtige Beiträge zum Thema "selbstverstärkte Kunststoffe". Wohl als erster hat er erkannt, dass die Kombination von thermoplastischen und duroplastischen Kunststoffen in gewissen Formteilen praktische Vorteile hat. Helmut Käufer hat sich schon früh mit der Thematik des Kunststoffrecycling auseinandergesetzt. Unter seiner Leitung wurden Methoden entwickelt, die es ermöglichen, durch Lösen der Materialien Polymere in hoher Reinheit nahezu vollständig zurückzugewinnen. Von seinem unerschöpflichen Erfindergeist zeugen zahlreiche Patente und Schutzrechte. Den Einsatz Käufers in der Lehre dokumentieren die über 200 von ihm betreuten Absolventen und 60 Promotionen. Er war Autor von wissenschaftlich-technischen Büchern (15 Bände), Herausgeber der Schriftenreihen Kunststofftechnik (20 Bände), Recycling (14 Bände) und Kunststoff-Forschung (70 Bände).

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