10.11.2010

KI - Polymerpreis-Reporte

Technische Thermoplaste Oktober 2010

Verschnaufpause eingelegt / Nur POM zieht erneut klar an / Kosten für Zuschlagsstoffe treiben manche Spezialitäten / Angebot in Stabilisierung / Neuer Kostenschub im November

Der Sturm im westeuropäischen Markt für Technische Thermoplaste hat sich im Oktober 2010 weitgehend beruhigt. Zumeist lagen die Notierungen im Rollover zum Q3-Schlusstand. Ausgenommen davon ist POM, das um bis zu 85 EUR/t anstieg. Nur hier und da kam es in speziellen Nischen vor allem wegen des Preisauftriebs bei den Zuschlagstoffen zu weiteren Aufschlägen bis maximal 25 EUR/t. Der Bedarf konnte weitestgehend störungsfrei abgedeckt werden. Einzig ABS und vor allem POM litten teils noch unter der Nachwirkung von Wartungen oder anderweitig bedingten Einschränkungen. Die Lage beim zwar immer noch unterversorgten PA 6.6 zeigte mit der Aufhebung der FM des französischen Herstellers Rhodia sowie sehr positiv zu deutenden Aussagen aus Ludwigshafen eine eindeutige Entspannungstendenz. Die Auswirkungen der Extremsituation in diesem Jahr werden aber sicher noch bis ins Frühjahr auf dem Markt lasten. Die strukturellen Änderungen in den Anwendungsketten, insbesondere bei der Frage der Listung auf Konstruktionszeichnungen, werden vermutlich erst dann richtig sichtbar werden und könnten auf den gesamten Markt der technischen Thermoplaste abstrahlen.


Die Nachfrage brummt - wortwörtlich vor allem im Automotive-Sektor - weiter auf hohem Niveau, wenn auch hier und da erste Dämpfungen zu konstatieren sind. Insbesondere der Bereich Weiße Ware schaltet offenkundig in einen tieferen Gang. Zugleich haben allüberall die ersten Vorbereitungen für eine ruhigen Jahresausklang mit möglichst flachen Lägern begonnen.


Der November steht unter dem Zeichen wieder anziehender Kosten sowohl bei Propylen als auch in der Aromatenstrecke. Bestehen bleibt ohnehin der zunehmende Druck aus Zuschlagsbereichen wie Glasfasern, Pigmenten oder Flammschutzmitteln. Selbst bei sich leicht beruhigender Nachfrage baut sich damit kurzfristig wieder ein relativ hohes Aufschlagsrisiko über nahezu alle Typen der Technischen Thermoplaste auf. Das auch international stabiler werdende Angebot deutet mittelfristig aber eher auf ein Überschreiten des Zenits in Richtung Käufermarkt.

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