12.10.2012

KI - Polymerpreis-Reporte

Technische Thermoplaste September 2012

ABS und PP zahlen die noch ausstehenden Kostenrechnungen / Sonst meist Rollover / Polyamide zeigen erste Bröckeleffekte / Pkw-Abschwung bremst Markt spürbar ein




Erste Eintrübungen der Konjunktur prägten den Verlauf des September 2012 im europäischen Markt für Technische Thermoplaste. Die Commodity nahen Sorten ABS und PP zeigten sich dabei nicht überraschend noch spürbar von der Kostenwelle der Vorprodukte in der ersten Monatshälfte beeinflusst, sie legten in der Spitze bis zu 80 EUR/t zu. Während PC, POM, PBT und PMMA noch stabil verliefen, kam es bei den Polyamiden dagegen bereits zu ersten Abbröckelungen. Hier schlug die sich langsam zuspitzende Absatzkrise in den europäischen Pkw-Märkten bereits durch, auch weil durch die tendenziell wieder nachlassenden Benzolpreise das Kostenmomentum für die Anbieter-Argumentation entfiel.


Als Volkswagen zu Beginn des Monats die Absatzplanzahlen für das Restjahr korrigierte, liefen erste Gänsehautwellen durch die Reihen der Zulieferer auch aus dem Kunststoffsegment. Die noch fern geglaubte Malaise der romanischen Länder scheint nun auch auf die bisherige Insel der Glückseligen in Mittel- und Nordwesteuropa überzugreifen. Das wurde Mitte des Monats bekräftigt, als mit Daimler der erste große Premium-OEM ebenfalls Probleme nicht mehr leugnen konnte. Die angekündigten Sparmaßnahmen rührten das Eis der Kaufzurückhaltung weiter hart. Da zugleich auch die - wenn auch moderaten - Rückgänge in der Hausgeräte-Herstellung zunehmend ins Bewusstsein drangen, zeigte sich der September insgesamt Nachfrage seitig als sehr verhalten. Zwangsläufig stiegen die Produzentenlager an vielen Stellen an, da mit mehr Abfluss gerechnet worden war.


Die Kostenwelle aus den Öl- und Raffineriemärkten scheint seit Mitte September weitestgehend gebrochen. Bislang kam es aber nur zu eher marginalen Korrekturen an den hoch stehenden Notierungen in der ganzen Petrochemie-Kette. Dennoch ist bei absehbar normalem Produktionsverlauf wegen der zu erwartenden anhaltenden Nachfrage-Rückgänge von wachsendem Abwärtsdruck auf die Preise mehr oder minder aller Technischen Thermoplaste auszugehen. Vielfach stehen dabei schwache Rollover im Raum, richtige Abstürze sind jedoch noch nicht Sicht.

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