06.05.2010

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Tecnaro: „Flüssiges Holz“ gewinnt europäischen Erfinderpreis

Die TECNARO GmbH mit Sitz in Ilsfeld bei Heilbronn freut sich über den Gewinn eines renommierten internationalen Preises, dem europäischen Erfinderpreis. Die beiden Geschäftsführer der TECNARO, Jürgen Pfitzer und Helmut Nägele, wurden durch internationale Patentprüfer vorgeschlagen und unter weltweit über 1.000 Erfindern und Patentanmeldern für den europäischen Erfinderpreis 2010 nominiert, der jährlich von der EU-Kommission und dem Europäischen Patentamt vergeben wird.

Am 28. April 2010 entschied die Jury in der Kategorie KMU/Forschung für Tecnaro. Alison Brimelow, Präsidentin des Europäischen Patentamtes überreichte in Madrid den Preis für die Erfindung des umweltfreundlichen Werkstoffes ARBOFORM, der in vielen industriellen Anwendungen die Kunststoffe auf Erdölbasis ersetzt und darüber hinaus biologisch abbaubar ist. Ausgezeichnet werden Erfinder und Erfindungen, die einen maßgeblichen und nachhaltigen Beitrag zum technischen Fortschritt und damit zur wirtschaftlichen Steigerung Europas geleistet haben. Ausschlaggebende Kriterien waren Innovationskraft, bereits erreichter Erfolg am Markt und Zukunftspotenzial. Unter den Gratulanten waren auch das spanische Thronfolgerpaar Prinz Felipe und Prinzessin Letizia, die die Schirmherrschaft für den diesjährigen Erfinderpreis übernommen haben.

ARBOFORM ersetzt erdölbasierte Kunststoffe
TECNARO – der Firmenname setzt sich aus den Anfangsbuchstaben von TEChnologie NAch-wachsender ROhstoffe zusammen – wurde vor zwölf Jahren von dem Karlsruher Helmut Nägele und dem Ellwanger Jürgen Pfitzer gegründet, nachdem sie am Fraunhofer-Institut den neuartigen Werkstoff ARBOFORM entwickelt hatten. Dieser biopolymere Werkstoff besitzt Verarbeitungseigenschaften wie Kunststoff. ARBOFORM basiert jedoch auf Lignin, dem biologischen Grundbaustein von Holz, verschiedenen Naturfasern wie Hanf und Flachs sowie natürlichen Additiven.

Das Gemisch aus nachwachsenden Rohstoffen wird durch spezielle Verfahren in Granulatform gebracht und kann anschließend mit gängigen Kunststoffverarbeitungsmaschinen zu unterschiedlichen Produkten verarbeitet werden.

Weitere Informationen: www.tecnaro.de, www.epo.org