24.07.2015

Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe

Thermoelektrik auf dem Weg zur Industriereife: Weltweit größte thermoelektrische Tagung in Dresden

Heutzutage geht der größere Teil der von Menschen eingesetzten Primärenergie aus Kohle, Öl oder Gas als Abwärme verloren. Die direkte Umwandlung von Wärme in elektrischen Strom mit Hilfe thermoelektrischer Materialien ist deshalb eine der wichtigen Technologien für die Umsetzung der ökologischen Energiewende.

Vom 28. Juni bis zum 2. Juli fand im Internationalen Kongress Zentrum Dresden die 34. International Conference on Thermoelectrics (ICT) statt, welche in diesem Jahr mit der 14. European Conference on Thermoelectrics zusammengeführt wurde. Hauptausrichter der Tagung war das Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe (Forschungsbereich Chemische Metallkunde, Prof. Juri Grin). Mehr als 750 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 44 Ländern der Welt stellten in mehr als 600 Vorträgen und Postern die Ergebnisse von Grundlagen- und angewandter Forschung vor. In den fünf Tagen wurden neueste Entwicklungen der Produktion im Bereich von thermoelektrischen Materialien sowie die Entwicklung und Herstellung thermoelektrischer Module intensiv diskutiert. Die vielversprechenden Perspektiven der thermoelektrischen Forschung ziehen besonders den wissenschaftlichen Nachwuchs an: mehr als 200 Teilnehmer waren Doktoranden und Studierende.

In ihrer Eröffnungsrede betonte Frau Dr. Eva-Maria Stange, sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, die große Bedeutung von Forschung und Entwicklung in Zukunftstechnologien für den Industriestandort Sachsen. Sie unterstrich in ihrer Ansprache, dass dabei besonders Ausbildung und Nachwuchsförderung eine Schlüsselrolle für Nachhaltigkeit und künftige Erfolge spielen.

Die Bedeutung der Konferenz zeigt sich auch durch eine Vielzahl von Sponsoren und zahlreich vertretene Aussteller aus marktführenden Firmen der Branche. So wurde zum Beispiel ein Prototyp einer Sattelzugmaschine vorgestellt, bei der neue thermoelektrische Module schon jetzt eine Energierückgewinnung aus der sonst ungenutzten Abwärme ermöglichen. Die Tagung hat auch gezeigt, dass auch in vielen anderen Bereichen, in denen Wärme sonst ungenutzt verpufft, Thermoelektrika immer stärkeren Einzug halten – von großindustriellen Anwendungen in den Kraftwerken oder in der Metallproduktion bis hin zu Ladegeräten für Mobiltelefone und anderen Kleingeräten im Alltag.

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