31.03.2015

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Thieme: Großer Salzstreubehälter aus PUR aus einem Stück

Gemeinsam mit dem in Westerstetten bei Ulm beheimateten Streutechnik-Hersteller Lehner Agrar GmbH hat der Kunststoffspezialist Thieme einen Salzstreubehälter aus Polyurethan entwickelt. Der neue Streubehälter namens "Polaro" L/XL wird in zwei Größen mit 380 bzw. 550 Litern Inhalt gefertigt, was einer Salzfüllung von 550 bzw. 720 kg entspricht. Bisher wurden derartige Streubehälter meist aus Stahlblech oder GFK gefertigt. "Das Vorgängerprodukt von Lehner bestand aus einem Glasfaser-Handlaminat, das aufwendig nachgearbeitet und montiert werden musste", erläutert Hartmut Bührer, Vertriebsleiter des Thieme-Geschäftsbereichs Kunststoffe. "Dies war einer der Gründe, warum sich Lehner bei der Neuentwicklung für eine PUR-Konstruktion aus dem Hause Thieme entschied."

Auch die Lagerung auf dem Transportfahrzeug vereinfacht sich mit den neuen PUR-Behältern. Mussten die Vorgängermodelle in ein Metallgestell eingebaut werden, erfolgt die Lagerung nun in aus PUR gefertigten Aufnahmeträgern. Lediglich zwei Metallstreben auf den Behälterseiten werden noch benötigt. Somit wird das Gesamtgewicht erheblich reduziert und die korrosionsanfälligen Metallteile werden auf ein Minimum reduziert.

Günstige Materialeigenschaften
Der "Polaro" L/XL wird in einem Stück aus schwarz eingefärbtem Polyurethan hergestellt, eine anschließende Oberflächenbehandlung ist nicht mehr erforderlich. Als für den Einsatzzweck ideal erwies sich der PUR-Werkstoff "Baydur" GS, der nicht wie andere PUR-Formulierungen geschäumt, sondern im Gießverfahren verarbeitet wird. Damit hergestellte Formteile weisen eine besonders hohe Steifigkeit, Schlagzähigkeit, Chemikalienbeständigkeit und Verrottungsfestigkeit auf, wie sie im rauen Winterdienst mit dem stark korrosiven Streumittel Salz verlangt werden. Trotz ihrer Stabilität und Größe - der "Polaro" XL misst 1.400 x 1.170 x 800 mm³ - sind die Teile relativ leicht (XL: 43 kg L: 35 kg). Damit gehören die Lehner-Streubehälter zu den größten PUR-Formteilen, die je bei Thieme hergestellt wurden. Trotz des extremen Öffnungsweges der eingesetzten Großformenträger von 2,80 m wäre eine Entformung dieser Riesenteile nicht möglich gewesen. Deshalb wurde von den Thieme-Technikern ein spezieller Schiebetisch entwickelt, mit dem das Formunterteil aus dem Formenträger gefahren und so eine problemlose Entformung sichergestellt werden kann.

Vereinfachte Montage
Außer der guten Haltbarkeit und dem geringen spezifischen Gewicht der damit hergestellten Teile bietet der PUR-Prozess noch einen weiteren praktischen Vorteil, die sogenannte Funktionsintegration: So werden die Aufnahme für das Schneckengetriebe, die Führungsschienen für den Metallrahmen, der die Abdeckplane trägt, sowie die Gewinde für die Befestigungsringe bereits während des Herstellungsprozesses integriert, wodurch sich die Endmontage der Winterdienststreuer wesentlich vereinfacht.

Über Thieme
Die Thieme Maschinenfabrik wurde 1960 durch Werner Thieme gegründet. In den beiden Geschäftsbereichen Drucksysteme und Kunststofftechnologie beschäftigt die Thieme GmbH & Co. KG weltweit heute circa 350 Mitarbeiter. Hauptsitz von Thieme ist Teningen bei Freiburg im Breisgau. Vertriebs- und Service-Niederlassungen befinden sich in Frankreich und in den USA.

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